Ralf Schumacher zwischen den Stühlen
Vorteil - Montoya

Diese Runde ging an einen der beiden Herausforderer: Das erste Zeitahren in Indianapolis beendete Weltmeister Michael Schumacher als Achter - drei Ränge hinter BMW-Williams-Pilot Pablo Montoya. Immerhin konnte der amtierende Weltmeister aber Kimi Raikkönen in Schach halten.

HB INDIANAPOLIS. Michael Schumacher hat das erste Kräftemessen beim Großen Preis der USA in Indianapolis mit seinem großen WM-Rivalen Juan Pablo Montoya verloren. Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister (82 Punkte) war im ertsen Zeitfahren gleich drei Zehntelsekunden langsamer als der am Ende fünftplatzierte WM-Zweite aus Kolumbien (79). Immerhin konnte der Ferrari-Star den auf Rang neun gefahrene WM-Dritten Kimi Raikkönen (75) um die Winzigkeit von 2/100 Sekunden hinter sich lassen. "Eine Qualifikation, die wenig aussagekräftig ist, aber immerhin liegen die WM-Aspiranten dicht beieinander", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Der Italiener Jarno Trulli im Renault fuhr auf der 4,192 Kilometer langen Strecke im legendären "Nudeltopf" in 1:09,566 Minuten die Bestzeit vor Rubens Barrichello (1:09,835) im zweiten Ferrari, dem Australier Mark Webber (1:10,081) im Jaguar und dem nach der gesundheitsbedingten Monza-Absage wieder im Cockpit sitzenden Ralf Schumacher (1:10,222) im zweiten Willimas-BMW.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone rief Schumacher, Montoya und Räikkönen vor dem ersten Duell auf der Strecke zum Gruppenfoto. Der WM-Spitzenreiter spielte wieder einmal den Spaßvogel, setzte dem kleinen Briten seine Ferrari-Mütze auf. Als es Ernst wurde, legte Schumacher in 1:10,736 Minuten die erste Zeit vor, doch Publikumsliebling Montoya, im Jahr 2000 Gewinner der Indy 500, konterte eiskalt. Wie auf Schienen raste er unter dem grauen Himmel über die Piste und lag klar vor dem Weltmeister. Dann kam Räikkönen, doch der junge Finne konnte Schumacher trotz guter Zwischenzeiten nicht überholen.

Die Sauber-Piloten Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld beendeten den ersten Teil der Qualifikation auf den Rängen 13 bzw. 15, hatten allerdings Pech, weil der plötzlich einsetzende heftige Regen ihre Fahrt behinderte.

In Indianapolis war Schumacher am Vortag erstmals als Botschafter von San Marino im Einsatz. Gemeinsam mit Teamchef Jean Todt besuchte der Kerpener am Tag vor dem ersten Zeitfahren einige Kinder auf der Intensivstation des Riley-Kinderkrankenhauses.

Ralf Schumacher sitzt derweil zwischen allen Stühlen. "Stallorder, Stallorder, Stallorder - ich kann's schon nicht mehr hören! Jeder will von mir wissen, ob ich hier in Indianapolis meinem Teamkollegen helfen kann, werde, muss, will oder soll", klagte er auf seiner Homepage. FIA-Präsident Max Mosley hat bereits damit gedroht, dass der Weltverband im Falle eines Verstoßes gegen das Stallorder-Verbot einschreitet. "Jeder Verdacht wird mit einer Verhandlung vor den Rennstewards enden", kündigte der Brite an.

Auf dem Weg zum erhofften historischen sechsten WM-Erfolg hat Schumacher im Ferrari trotz der schwachen Auftaktfahrt alle Vorteile auf seiner Seite. Nur er kann im vorletzten Saisonlauf den Titel holen. Auch die Erfahrung spricht für den Titelverteidiger. Mit 191 Grand-Prix-Einsätzen hat er deutlich mehr Rennen gefahren als seine beiden jungen Gegner. 69 Mal, fünf Mal in dieser Saison, hat der 34- Jährige gewonnen - Montoya (3) und Räikkönen (1) kommen zusammen gerade einmal auf vier Erfolge. Montoya jedoch stand in den letzten acht Rennen stets auf dem Treppchen.

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