Ralf will bei BMW verlängern
Schumacher rechnet im WM-Endspurt mit Bruderkampf

Ein gut gelaunter Torschütze Michael Schumacher feierte schon vor dem Grand Prix einen Sieg, doch die ganz große Jubiläums-Party wünscht sich der Weltmeister erst am Wochenende beim Heim-Spiel in Hockenheim. Schon fast traditionell lief sich der Formel-1-Champion beim Benefiz-Fußball warm für den hitzigen WM- Vierkampf beim Großen Preis von Deutschland und wurde von 20 000 Fans begeistert bejubelt - nun soll der 50. Sieg im Ferrari folgen.

HB/dpa HOCKENHEIM/MANNHEIM. "Das war ein schöner Auftakt, ich hoffe, dass wir am Wochenende weiter so großen Spaß haben", sagte Schumacher vor dem Highlight auf dem Hockenheimring. Jedoch kann dem Spitzenreiter ausgerechnet beim Heim- Rennen auch die Wachablösung durch den nur sieben Punkte entfernten Kimi Räikkönen drohen, der dem Superstar den Kampf angesagt hat. Schumacher weiß: "Es wird ein hartes Stück Arbeit."

Während der Ferrari-Star im Vorjahr schon als Weltmeister nach Hockenheim gekommen war, ist das Titelrennen diesmal so offen wie lange nicht mehr. Vor dem fünftletzten Grand Prix der Saison am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) rechnet Schumacher für den anschließenden WM-Endspurt sogar mit einem Bruderkampf. Zwar hält der Titelverteidiger noch Silberpfeil-Pilot Räikkönen für seinen derzeitigen Hauptgegner, doch auf Grund des Aufwärtstrends von Williams-BMW "erscheint mir Ralf fast noch stärker", so Michael Schumacher in einem RTL-Interview: "Ich gehe davon aus, dass ich am Ende mehr mit Ralf zu kämpfen habe als mit Kimi."

Vorerst lief der Auftakt zu den Hockenheim-Tagen für den älteren Schumacher prächtig. Beim Benefiz-Kick "Spiel der Herzen" am Mittwochabend in Mannheim siegte Schumachers Mannschaft mit 9:6 gegen ein "Allstar"-Team. "Man kann sich nicht mehr wünschen. Es war ein schönes Spiel, alle hatten Spaß", schwärmte der WM-Führende von dem Fußball-Abend mit vielen Prominenten. Nun will der letztjährige Formel-1-Dominator seine noch etwas bescheidene Hockenheim-Bilanz weiter aufpolieren. Erst im Vorjahr gelang ihm dort sein erster Sieg im Ferrari: "Das war ein tolles Gefühl. Und weil's so schön war, würde ich es gerne noch einmal erleben."

Sein von einer Grippe genesene Bruder Ralf war beim Fußball nicht dabei ("Ich denke, einer von beiden reicht"), könnte aber an diesem Wochenende nicht nur auf der Rennstrecke wichtige Karriere-Schritte machen. Der BMW-Williams-Pilot signalisierte, dass er seinen bis 2004 laufenden Vertrag gerne vorzeitig verlängern möchte. "Die Chancen sind gut, dass ich in Zukunft weiter bei dem Team fahre", sagte Ralf Schumacher bei einem seiner zahlreichen PR-Termine: "Derzeit bin ich sehr glücklich bei BMW." Manager Willi Weber, der demnächst mit Teamchef Frank Williams verhandelt, erklärte dazu in Mannheim: "Ralf ist entschlossen, bei dem Team zu bleiben. Ich unterstütze das, weil ich denke, dass uns nichts Besseres passieren kann." Ralf könne mit diesem Team Rennen gewinnen und somit auch um den Titel kämpfen.

Ralf Schumacher, der 2001 in Hockenheim gewonnen hatte, war zuversichtlich für den Heim-Grand-Prix. "Ich gehe davon aus, dass wir vorne dabei sind", meinte er. Die Situation an der WM-Spitze ist fünf Rennen vor Schluss so offen wie seit drei Jahren nicht mehr. Michael Schumacher führt vor dem zwölften Saisonlauf mit 69 Punkten vor Räikkönen sowie dem Williams-Duo Juan Pablo Montoya (55) und Ralf Schumacher (53).

Der Spitzenreiter ist weit davon entfernt, sich auf seinem Vorsprung auszuruhen. "So lange ich den Titel nicht in der Tasche habe, habe ich permanent Zweifel. So bin ich nun mal, das liegt in meinem Naturell", sagte Schumacher im dpa-Interview. McLaren - Mercedes-Pilot Räikkönen will den Titelverteidiger in Hockenheim unbedingt übertrumpfen. "Es ist wichtig, ihn jetzt zu schlagen", sagte der Finne: "Wir haben ja im letzten Rennen in Silverstone gesehen, dass ich schneller als Michael Schumacher war."

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