Rally in den letzten Handelsstunden
Wall Street nachbörslich: Zweifel an nachhaltigem Auftrieb

Der erste Handelstag der Woche endete im grünen Terrain - nach dem der Dow Jones am Vormittag dreistellig ins Minus fiel und der Nasdaq-Index nur knapp über dem Tiefststand vom 11. September blieb. Die Rally der US-Märkte in den letzten Handelsstunden am Montag setzte sich auch nachbörslich noch fort.

wsc NEW YORK. Vor allem die Techwerte - seit Wochen meist auf den Verkaufslisten zu finden - waren gefragt. Der Nasdaq-100 After Hours Indikator gewann nach der Schlussglocke 3 %. Doch ob sich die psoitive Tendenz am Dienstag fortsetzen wird, bleibt sehr zweifelhaft.

An der Wall Street herrscht Uneinigkeit über die weitere Entwicklung. "Wenn wir von diesem Niveau nicht zurückfinden, wird der Markt in den Abgrund stürzen", sagt David Briggs, Chef des Aktienhandels bei der Fondsgesellschaft Federated Investors. Auch andere Profis sind eher verhalten: "Es ist schwierig, vorherzusagen, wann der Boden erreicht ist - und in der Investorengemeinschaft ist er immer wieder ausgerufen worden in den vergangenen zwei Jahren ", sagt Richard Nash, Chefstratege bei Victory Capita Management. Positiver ist man in der Investmentabteilung der UBS Warburg gestimmt: "Ich denke, wir sind aus-verkauft", sagt der dortige Chef des Aktienhandels, Robert Harrington. Gerade die heftigen Verluste der vergangenen Tage und Wochen gibt manchen Beobachtern Mut. So sehen sie in den Gewinnen vom Montag ein Indiz, dass der Absturz auf die Septembertiefststände nicht gerechtfertigt sei in einer Zeit der konjunkturellen Erholung.

Zu den Verlierern - wieder einmal - gehörte am Montag Worldcom. Die Papiere des Telekomriesen wurden am häufigsten baute seinen Verlust nachbörslich aus und dürfte auch am Dienstag einen schweren Stand haben. Die Analysten von Salomon Smith Barney haben das Unternehmen auf "unterdurchschnittlich" von "neutral" gesetzt. Sie erwarten eine weitere Verschlechterung der Geschäftsaussichten. Dabei erwarten die US-Investoren zur Zeit ganz andere Töne: "Wir sind in einer `Zeigt was ihr habt` - Stimmung. Heraufstufungen, Gewinne und rosige Aussichten - darauf wartet der Markt - und das sehen wir zur Zeit ganz und gar nicht", klagt Arnie Owen, Geschäftsführer bei Roth Capital Partners. Die Wirtschaft entwickle sich besser als die Börse glaube, aber der wahre Knackpunkt seien die Unternehmensgewinne.

Am Dienstag und Mittwoch werden die Marktteilnehmer auf Notenbankchef Alan Greenspan hören. Die US-Zentralbank tagt am Dienstag und wird die Zinsentscheidung am Mittwoch bekannt geben. Allgemein geht man davon aus, dass die Notenbank die Leitsätze unverändert belassen wird. Der wacklige Zustand der Wirtschaftserholung lasse höhere Zinsen nach wie vor nicht zu - erst im November oder gar noch später bestehe diese Gefahr.

Aufmerksam werden die Anleger auch die jüngsten Daten zum Verbrauchervertrauen für Juni am Dienstagmorgen verfolgen. Die Zahlen werden gegen 10 Uhr New Yorker Zeit (10 Uhr MEZ) bekannt gegeben. Auch die Unternehmensergebnisse von 3Com und Micron, die morgen anstehen, dürften das Interesse der Marktteilnehmer finden.

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