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Rally zum Wochenschluss

Zum Wochenschluss drückten die US-Märkte noch einmal richtig aufs Gas. Der Dow Jones Index gewann 1,9 Prozent an Wert und schloss auf 10 423 Punkten.

Vor allem IBM, Microsoft und 3M standen auf dem Siegertreppchen der 30 US-Standardwerte. Der technologielastige Nasdaq Index ging mit einem Plus von vier Prozent aus dem Rennen und beendete den Handel auf 1916 Zählern. Auch hier stand die Aktie von Microsoft neben dem Papier von Cisco und Intel ganz oben auf der Gewinnerliste. Neben Software-, Chip- und Computeraktien konnten vor allem die Titel der Netzwerkausstatter zulegen.

Auftrieb gaben den Märkten am Freitag die guten Unternehmensmeldungen von Cisco, Lucent und Novell. Zudem unterstützen die jüngsten Wirtschaftsdaten die Wochenendvorfreude. Die Verkäufe neugebauter Eigenheime stieg im Juli unerwartet stark an. Statt der prognostizierten Zahl von 919 000 wurden im vergangenen Monat insgesamt 950 000 Häuser verkauft. Damit stieg die Zahl verkaufter Häuser so schnell wie seit vier Monaten nicht mehr. Ein gutes Zeichen für die Erholung der US-Wirtschaft.

Die Auftragseingänge bei langlebigen Gütern gingen im Juli dagegen um 0,6 Prozent zurück. Damit lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen, markierten jedoch das niedrigste Auftragsniveau seit drei Jahren. Noch im Vormonat waren die Auftragseingänge um 2,6 Prozent eingebrochen. Die Anleger scheinen aber dennoch mit dem Trend zufrieden zu sein.

Die dominanteste Unternehmensmeldung war am Freitag die von Cisco Systems. Der Netzwerkkonzern bestätigte die Geschäftsprognosen für das laufende Quartal bestätigt und traf damit den Nerv der Anleger. Denn die bangten einmal mehr um die Erholung der Unternehmensgewinne und griffen nach jedem Strohhalm. Erst am Donnertagnachmittag hatten Auszüge aus dem Protokoll der Juni-Sitzung der US-Notenbank darauf gedeutet, dass eine baldige Erholung der US-Wirtschaft noch auf sich warten lasse. Die Investitionsausgaben seien in den kommenden Monaten voraussichtlich niedriger als bisher erwartet, so das Protokoll.

Ciscos Nachrichten waren somit Balsam auf die Wunden der Marktteilnehmer. Der Netzwerkausrüster habe in den ersten Wochen des Quartals bereits zufriedenstellende Ergebnisse geliefert und sei auf dem besten Weg, die Vorhersagen für das Gesamtquartal zu erfüllen, sagte Ciscos Vorstandsvorsitzender John Chambers. Cisco wird Restrukturierungsmaßnahmen durchführen und sein Unternehmen in elf Geschäftsbereiche einteilen. Credit Suisse First Boston stuft das Papier mit "kaufen" ein. Dresdner Kleinwort Wasserstein rät Anlegern dagegen, sich von den Aktien zu trennen. Die Anleger schienen sich am Freitag dennoch für "Kaufen" entschieden zu haben. Die Aktie notierte auf der Gewinnerliste der Nasdaq Werte mit einem Plus von fast neun Prozent ganz oben.

Von den guten Nachrichten profitierte auch der Sektor der Kommunikations-Chips. Ist die Geschäftsentwicklung bei Cisco gesichert, dürfte es auch der zuliefernden Chipindustrie wieder besser gehen. Die Aktien von Vitesse, PMC-Sierra, Broadcom und Applied Materials gewinnen an Wert.

Neuigkeiten vom Schlachtfeld der Microsoft-Prozesse bewegen ebenfalls die Gemüter. Das US-Berufungsgericht in Washington, D.C. hat die Klage gegen den Software-Riesen Microsoft am Freitag an ein untergeordnetes Gericht weitergegeben. Das Bezirksgericht soll nun entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um eine weitere monopolistische Entwicklung des Unternehmens zu verhindern. Außerdem soll verhandelt werden, ob und wie Microsoft für eventuelle bisherige Monopolrechtsverletzungen verurteilt und bestraft werden könnte. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, durch Einbindung des Internet-Programms Explorer in das Betriebssystem Windows das bestehende Monopol unzulässiger Weise aufgebaut zu haben. Die Aktie legte um über drei Prozent zu.

Über positive Zukunftsperspektiven freuen sich die Anleger auch bei Lucent Technologies. Der US-Telekomausrüster rechnet ab Herbst 2002 mit schwarzen Zahlen. Das teilte das Management auf einem Analystentreffen mit. Vor allem durch verstärkte Sparmaßnahmen soll ein positive Ergebnis erzielt werden. Für das Geschäftsjahr 2003 erwartet das Management zudem ein Umsatzwachstum in Höhe von zehn bis zwölf Prozent. Das Papier von Lucent klettert um fünf Prozent ins Plus. Auch die Aktien von Juniper Networks, JDS Uniphase und Microsystems profitieren.

Novell zog nach und bestätigte ebenfalls die Geschäftsprognosen - in diesem Fall für das gesamte Geschäftsjahr. Der Hersteller von Software zum Betrieb von Netzwerken hatte zwar im dritten Quartal Verluste zu beklagen, wird nach eigenen Angaben aber dennoch die Gewinnerwartungen der Analysten für das Gesamtjahr von zwei Cents pro Aktie erfüllen. Goldman Sachs stuft die Aktie mit "Market Performer" ein. Das Papier legte zehn Prozent an Wert zu.

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