Randale in Moskau
Japan jubelt: Inamotos Tor beschert historischen Sieg

Japan hat mit einem historischen Erfolg einen großen Schritt Richtung Achtelfinale der 17. Fußball- Weltmeisterschaft getan. Mit seinem Treffer in der 50. Minute führte Junichi Inamoto den begeistert gefeierten Mit-Gastgeber am Sonntag in Yokohama beim verdienten 1:0 (0:0) über Russland zum ersten Sieg bei einer WM-Endrunde.

dpa/HB/sid YOKOHAMA. Der Jubel kannte keine Grenzen, denn die Japaner übernahmen in der Gruppe H mit vier Punkten die Führung vor Russland (3) und benötigen im letzten Vorrundenspiel gegen Tunesien nur noch einen Punkt, um erstmals in ein WM-Achtelfinale vorzustoßen.

Selbst der sonst so zurückhaltende Philippe Troussier verlor nach dem Spiel seine Zurückhaltung. "Das war ein unglaublicher Fußball-Abend, mit einer großartigen japanischen Mannschaft und mit einem großartigen japanischen Publikum. Mit vier Punkten ist die Qualifikation für die zweite Runde eigentlich logisch. Das ist ein großartiger Moment für Japan", sagte der französische Coach der Japaner.

In Russland machten Fans ihrer Enttäuschung mit Randale Luft. Sofort nach Spielende warfen wütende Fans in Moskau in der Nähe des Kreml Scheiben ein, zerstörten Autos und griffen vor dem Parlament Polizisten an.

Vor 66 108 Zuschauern, die schon lange vor dem Anpfiff im International Stadium für eine Volksfeststimmung sorgten, war Markus Merk (Kaiserslautern) bei seinem WM-Debüt ein aufmerksamer Schiedsrichter. Allerdings drückte er bei einem elfmeter-verdächtigen Foul von Kazuyuki Toda an Waleri Karpin einmal beide Augen zu.

Das durch Rückkehrer Alexej Smertin verstärkte Team der Russen, deren angeschlagener Spielmacher Alexander Mostowoj den Anpfiff auf der Reservebank erlebte, versuchte dem erwarteten Druck der Gastgeber mit einer massiven Deckung zu begegnen. Die frenetisch angefeuerten Hausherren übernahmen auch sofort die Initiative und erkämpften sich ein deutliches Übergewicht, doch allzu viele Einschussmöglichkeiten sprangen nicht dabei heraus. Erst schoss Inamoto vorbei (5.), dann vergab Hidetoshi Nakata (28.), als einen zu kurz abgewehrten Ball im Nachschuss unbedrängt aus 16 m über das Tor beförderte.

Nur gelegentlich ergriffen auch die "Sputniks", deren Defensiv- Abteilung von Abwehrchef Viktor Onopko gut organisiert wurde, über Konter die Initiative und versuchten, gefährlich vor Seigo Narazakis Tor zu gelangen. Dabei verfehlte Marat Ismailow (16.) per 20-m-Schuss haarscharf das japanische Gehäuse. Eine Viertelstunde später rettete der aufmerksame Narazaki vor Pimenow. Und Toda hatte großes Glück, dass sein harter "Trikot-Zupfer" gegen den einschussbereiten Karpin im Strafraum von Referee Merk nicht mit Strafstoß geahndet wurde.

Auch nach Wiederanpfiff dominierten die Asiaten - diesmal mit schnellem Erfolg. Nach einer sehenswerten Kombination tauchte der überragende Inamoto plötzlich frei vor Keeper Nigmatullin auf und vollendete eiskalt. Romantsew reagierte mit der Hereinnahme von drei Offensivkräften und gab damit das vorsichtige Taktieren auf. Der frühere Bremer Wladimir Bestschastnich (58.) hätte gleich nach seiner Einwechslung treffen müssen: Er ließ Narazaki aussteigen, schoss aber ans Außennetz. Auf der Gegenseite hätte Suzuki (67.) und Nakata (71.), der per 22-m-Schuss nur die Latte traf, alles klar machen können. So mussten die bei Kontern stets gefährlichen Gastgeber bis zum Schluss um den knappen, aber verdienten Erfolg bangen.

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