Randgeschäfte legen zu
Eon erfreut die Analysten

Die Eon AG hat ihr Betriebsergebnis im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001 um 37 % auf 949 Mill. ? verbessert und damit auch die optimistischsten Analystenerwartungen übertroffen. Auf der Hauptversammlung hat der Vorstand ausserdem sein Interesse an einem stärkeren Einfluss bei der Ruhrgas AG bekräftigt.

Reuters ESSEN. Zu verdanken hat der Düsseldorfer Energiekonzern diesen Zuwachs seinem am Freitag veröffentlichten Zwischenbericht zufolge vor allem Ertragssteigerungen seiner Nicht-Kerngeschäfte. Von Reuters befragte Analysten hatten das Betriebsergebnis in einer Spanne von 786 bis 920 Mill. ? gesehen. Für das Gesamtjahr bekräftigte Eon die Prognose eines deutlich höheren Betriebsergebnisses. Die Eon-Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen zu.

Die Tochtergesellschaften Veba Oel, Stinnes und VAW Aluminium hätten mit deutlich höheren Betriebsergebnissen maßgeblich zum Gewinnwachstum bei Eon beigetragen, hieß es in dem vor Beginn der ersten Hauptversammlung in Essen von Eon veröffentlichten Quartalsbericht. Im Kerngeschäft Energie verringerte sich das Betriebsergebnis um sechs Prozent auf 490 (Vorjahr 524) Mill. ?. Zur Begründung wurden höhere Brennstoffkosten, vor allem für Gas genannt.

Eon

- Intraday-Chart

Auch habe Eon die Belastungen aus dem Gesetz für erneuerbare Energien nicht vollständig auf die Preise umlegen können, ergänzte ein Konzernsprecher. An der Strategie der Konzentration auf das Energiegeschäft will Eon aber festhalten. Vorstandschef Ulrich Hartmann bekräftigte in seiner für die Aktionäre vorbereiteten Rede, Stinnes, VAW und das Handelshaus Klöckner & Co sollten so zügig wie möglich veräußert werden. Für Veba Oel sei Eon auf der Suche nach einem starken Partner.

Neben der internationalen Expansionsstrategie sieht Eon nach Hartmanns Worten auch noch Wachstumsmöglichkeiten in Deutschland. "Wo immer es möglich und wirtschaftlich vertretbar" sei, wolle Eon bestehende Minderheitsbeteiligungen an regionalen und kommunalen Versorgungsunternehmen in Mehrheitsbeteiligungen aufstocken, sagte Hartmann.

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal den Angaben zufolge nur geringfügig auf 22,7 (22,4) Mrd. ?. Der Überschuss vor Steuern sank dagegen drastisch auf 1,1 (5,2) Mrd. ?. Den Rückgang erklärte Eon mit hohen Erlösen aus dem Verkauf von Beteiligungen im Vorjahr. Zum Vergleich seiner aktuellen Zahlen hat Eon Pro-Forma-Zahlen errechnet. Analysten hatten auf die Berechnung dieser Pro-Forma-Zahlen mangels Informationen über ihre Zusammensetzung weitgehend verzichtet. Sie hatten sich deshalb auch mit Prognosen weitgehend zurückgehalten.

Eon bekräftigt Interesse an Ruhrgas

Die Eon AG hat auf der Hauptversammlung ihr Interesse an einem stärkeren Einfluss beim Essener Gaskonzern Ruhrgas AG bekräftigt. Ruhrgas sei "strategisch außerordentlich interessant", sagte Hartmann. Grund seien die guten Wachstumsaussichten des Gasmarktes. Zudem könne Eon durch die Verbindung des Strom- und des Gasgeschäfts umfangreiche Synergien heben. Bei dem Vorhaben, die Ruhrgas-Beteiligung zu erhöhen, stehe man allerdings erst am Anfang.

Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden wird es in diesem Zusammenhang keinen Tausch des Aral-Konzerns gegen BP-Anteile an Ruhrgas geben, wie wiederholt berichtet wurde. Eine Reihe von anderen Ruhrgas-Gesellschaftern hätte sich aber bereits dazu bereit erklärt, sich unter Umständen von ihren Anteilen an dem Gaskonzern zu trennen, sagte Hartmann.

Zur Zukunft der Bochumer Aral AG & Co KG erläuterte er zugleich, Eon suche einen starken Partner für die Aral-Mutter Ziel sei aber, einen Partner für den Gesamtkonzern zu finden. Notfalls sei man auch bereit, die Veba Oel-Beteiligung ganz zu verkaufen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%