Rangliste der Top-Analysten für japanische Aktien
Japan-Pessimismus zahlt sich für die Deutsche Bank aus

Die besten Analysen zu japanischen Aktien liefert Nomura Securities. Das ergab die jüngste Umfrage des US-Fachmagazins Institutional Investor (II).

tmo/HB FRANKFURT/M. Danach eroberte das Japans größtes Brokerhaus den Spitzenplatz zurück. Im Vorjahr hatte Nomura erstmals seit acht Jahren nur Platz zwei belegt, hinter Morgan Stanley. Diesmal tauschten die US-Bank und die Japaner die Plätze. Die Deutsche-Bank-Tochter Deutsche Securities kletterte von Platz sieben auf Platz vier.

Neben Nomura konnte nur eine japanische Adresse mit der ausländischen Konkurrenz Schritt halten, das Daiwa Institute of Research (Platz 8), eine Tochter des Brokers Daiwa Securities. Alle anderen Top-Ten-Plätze gingen an nicht-japanische Häuser. Die II-Umfragen gelten als wichtiger Gradmesser in der Finanzbranche. Die Japan-Auswahl basiert auf einer Befragung von mehr als 360 Fonds und Vermögensverwaltern, die japanische Aktien besitzen. Die Rangfolge richtet sich danach, wie viele Analysten einer Bank auf den ersten drei Plätzen ihrer jeweiligen Branche landen. Bei Nomura waren es 19, bei Morgan Stanley 18.

In der Regel wickeln die Fondsmanager ihre Handelsaufträge bei den Banken ab, deren Analysen sie bevorzugen. Gut platzierte Finanzhäuser können somit auf höhere Kommissionseinnahmen - und somit steigende Erträge - hoffen. Oft hängt deshalb das Gehalt einzelner Analysten davon ab, ob sie in ihrer Branche zu den bestplatzierten Experten zählen.

Die Deutsche-Bank-Tochter verbesserte sich mit 14 top-platzierten Japan-Analysten auf den vierten Platz. Ihnen nutzte die pessimistische Haltung gegenüber der Tokioter Börse, die seit 1989 fällt. Chefstratege Ryoji Musha riet Investoren während des gesamten Jahres 2001, auf fallende Kurse beim Tokioter Nikkei-225-Index zu spekulieren. Wer dem Rat folgte, verdiente gutes Geld: Das Kursbarometer fiel um 20 %, hat sich seit Anfang 2002 jedoch erholt. Seit 1999 hat die Deutsche Bank mehr Verkaufs- als Kaufempfehlungen zu japanischen Aktien veröffentlicht.

Die Commerzbank-Sparte Commerz Securities (Japan) fiel vom zehnten auf den vierzehnten Platz zurück. Die Dresdner-Bank-Tochter Kleinwort Wasserstein taucht in der Liste gar nicht mehr auf. Dabei galt ihr Vorgänger Kleinwort Benson einst als feste Größe in Asien. Die Dresdner Bank hat die Zahl ihrer Japan-Analysten radikal gekappt auf nur noch fünf. Dazu kommen noch drei Experten, die von Tokio aus die Asiens Märkte beobachten.

Andere Banken haben noch krasser auf die Dauerbaisse an der Tokioter Börse reagiert: Merrill Lynch kündigte an, 20 seiner 28 Privatkundenfilialen in Japan zu schließen und 1 200 seiner zuletzt 1 700 Mitarbeiter zu entlassen. Morgan Stanley hat das nicht-institutionelle Geschäft eingestellt und knapp 100 Arbeitsplätze gestrichen. Die niederländische Bank ABN Amro stieg völlig aus dem japanischen Aktiengeschäft aus und feuerte 120 Mitarbeiter. Als Grund für den massiven Stellenabbau nennen die Banken das sinkende Handelsvolumen an der Tokioter Börse. Dadurch sind auch die Kommissionseinnahmen für die Brokerhäuser stark gesunken.

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