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Rangnick trägt 1:3-Sieg der Herthaner mit Fassung

Das Ende zweier bemerkenswerter Serien kam vor allem für Falko Götz wenig überraschend und war bestens vorbereitet. „Meine Mannschaft hat sich perfekt ans taktische Konzept gehalten.“

dpa GELSENKIRCHEN. Das Ende zweier bemerkenswerter Serien kam vor allem für Falko Götz wenig überraschend und war bestens vorbereitet. "Meine Mannschaft hat sich perfekt ans taktische Konzept gehalten."

"Wir wussten, dass Schalke harte Wochen hinter sich hat, am Ende müde werden und wir dann unsere Konterchancen bekommen würden", sagte der Trainer von Hertha BSC nach dem historischen Berliner Sieg, der gleichzeitig die erste Niederlage des FC Schalke 04 im elften Pflichtspiel unter der Regie von Ralf Rangnick bedeutete. Der 46 Jahre alte Coach trug das 1:3 (0:1) aber mit Fassung: "Es ist schade, aber die Welt geht nicht unter. Und ich kann der Elf keinen Vorwurf machen. Sie hat bis zum Schluss alles versucht."

Für die Berliner war Gelsenkirchen nach mehr als 34 Jahren endlich wieder eine Reise wert. Nur noch ältere Semester konnten sich an den letzten Bundesliga-Erfolg auf Schalke erinnern. Am 5. September 1970 bescherte das 1:0 von Hans-Jürgen Sperlich noch in der ehrwürdigen Glückaufkampfbahn einen von zwei Siegen bei 22 Auftritten im Revier. Götz, damals gerade acht Jahre alt, freute sich lieber über das Hier und Jetzt. Herthas "Helden" hießen in der Arena Aufschalke Marcelinho (42.), Nando Rafael (71.) und Niko Kovac (83.). "Wir sind sehr glücklich. Meine Elf hat gezeigt, zu was sie in der Lage ist und dass sie mit jeder Mannschaft mithalten kann", sagte Götz.

In der Tat macht der gut organisierte Auftritt von Marcelinho & Co. beim Tabellen-Zweiten Mut. Immerhin hatte der Gegner unter Rangnick mit sechs Bundesligasiegen nacheinander zuletzt einen Clubrekord aufgestellt. Doch die zahlreichen Kraftakte der vergangenen Wochen haben beim Titelaspiranten Spuren hinterlassen. "Am Ende haben wir die Müdigkeit richtig gespürt. Es hat einfach die Kraft gefehlt, das Spiel nach dem Rückstand noch einmal zu drehen", gab Ebbe Sand zu.

So blieb auch der schwere Patzer von Hertha-Keeper Christian Fiedler, dem beim 1:1 von Gerald Asamoah (50.) eine Flanke von Christian Pander durch die Hände geflutscht war, ohne Folgen. Schalke setzte danach zwar alles auf eine Karte, ging in der Schlussoffensive hohes Risiko, doch die Tore schoss der Gegner. Weil er frischer, konzentrierter und im Abschluss glücklicher war. "Dass Schalke zuletzt so viele Spiele hatte, fanden wir richtig gut", sagte Götz, der mit der Einwechslung von Andreas Neuendorf (69.) zudem ein glückliches Händchen bewies. "Zecke" leitete nur zwei Minuten später das 2:1 ein und rettete den Vorsprung wenig später, als er einen Sand-Kopfball von der Linie bugsierte. Nun macht sich der Edeljoker Hoffnung auf mehr Einsätze. "Ich muss warten, bis meine Zeit kommt."

Die trotz der Niederlage von den Fans gefeierten Schalker freuen sich über zwei freie Tage zur Regeneration und Pflege. "Ich werde nur die Füße hochlegen und bestimmt nicht freiwillig trainieren", betonte Sand. Der Stürmer ist froh, dass er nach der EM seine Karriere in der dänischen Nationalelf beendet hat. "Gut, dass ich am Sonntag nicht wieder um 6.00 Uhr aufstehen musste, um nach Kopenhagen zu fliegen und dann zum Länderspiel weiter zu reisen." Unterdessen grämte sich Torhüter Frank Rost nicht lange über den verpassten Sprung an die Tabellenspitze und dachte bereits an das nächste Spiel in Leverkusen: "Wichtig ist, dass wir den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken und aufstehen. Abgerechnet wird am Ende der Saison."

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