Rascher Strukturwandel in osteuropäischen Ländern führt zu höheren Investitionen
Erweiterung steigert EU-Produktivität

Das Wachstum der Arbeitsproduktivität wird sich in der EU durch die Osterweiterung der Gemeinschaft in den kommenden Jahren spürbar beschleunigen - dies ist das Ergebnis einer noch unveröffentlichten Studie des US-Forschungsinstituts Conference Board und des niederländischen Groningen Growth and Development Centres, die dem Handelsblatt vorliegt.

DÜSSELDORF. "Das Produktivitätswachstum in der EU erhält durch die Aufnahme der zehn neuen Mitgliedstaaten deutlichen Auftrieb", sagt Bart van Ark, niederländischer Ökonomie und Co-Autor-Professor der Untersuchung.

Der chronische Rückstand, den die EU gegenüber der US-Wirtschaft seit Mitte der 90er-Jahre beim Wachstum der Arbeitsproduktivität hat, werde sich dadurch verringern. Allerdings: "Auch die vergrößerte Union wird hinter den USA her hinken", betont van Ark. Die Studie rechnet vor: Hätten die zehn Beitrittsländer schon seit 1995 der EU angehört, wäre der Abstand beim Produktivitätswachstum zwischen der EU und den USA deutlich kleiner ausgefallen - der Vorsprung der USA gegenüber der EU wäre von 0,6 auf 0,2 Prozentpunkte geschrumpft.

"Diese Zahlen sind mehr als nur pure Arithmetik", betont van Ark. "Die Botschaft ist, dass es in Europa viele Chancen und Möglichkeiten gibt, die durch die Osterweiterung noch zunehmen werden - davon können auch die bisherigen Mitgliedstaaten profitieren."

In den Beitrittsländern wächst die Produktivität seit 1995 im Schnitt pro Jahr um 4,2 % - das stellt sogar die USA in den Schatten. Der Grund für die enormen Anstiege ist der Aufholbedarf in den Ländern: Der massive Strukturwandel, der dort in den 90er- Jahren einsetzte, führt zu hohen Investitionen und sorgt dafür, dass unproduktive Arbeitsplätze verschwinden. Absolut betrachtet ist das Produktivitätsniveau in den Beitrittsländern trotz der hohen Wachstumsraten aber immer noch niedrig - der Output pro Arbeitsstunde ist mit 14,50 US-Dollar nicht einmal halb so hoch wie in der alten EU (36,20 Dollar).

Mit der langfristigen Entwicklung der Arbeitsproduktivität steht und fällt der Wohlstand einer Volkswirtschaft: Wenn man mit dem gleichen Aufwand mehr Güter und Dienstleistungen produzieren kann, können auch Unternehmensgewinne und Einkommen wachsen - der Lebensstandard steigt. Das Pro-Kopf-Einkommen in den USA ist schon heute deutlich höher als in der EU.

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