Rasches Kriegsende beflügelt
US-Verbrauchervertrauen überraschend stark gestiegen

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich nach dem Ende des Irak-Kriegs deutlich stärker aufgehellt als von Analysten erwartet. Auch die Zuversicht der deutschen Verbraucher nahm etwas zu. Analysten warnten allerdings vor Euphorie. Die US-Börsen legten im Verlauf im Verlauf nur leicht zu, die deutsche Börse blieb schwach.

Reuters NEW YORK. Der vom privaten Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index der Verbrauchervertrauen stieg im April auf 81,0 von revidiert 61,4 Punkten im März, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Der Index lag dabei mit dem stärksten Anstieg seit dem Golfkrieg 1991 weit über den Prognosen der Analysten, die mit einem Stand von lediglich 69,8 Punkten gerechnet hatten. Die Befragung der Konsumenten war am 22. April beendet worden, etwa zwei Wochen nach der Einnahme Bagdads durch die US-geführten Truppen.

Der rasche Erfolg im Irak habe dazu beigetragen, Sorgen der Konsumenten über die negativen Folgen des Kriegs für die Konjunktur schnell zu dämpfen, erklärte das Institut. Das Ende des Kriegs und die Kursgewinne an den Aktienmärkten seien die Gründe für die bessere Stimmung unter den Verbrauchern gewesen, sagte Analyst Gary Schlossberg von Wells Capital Management. So sei es auch nach dem Ende des ersten Golfkriegs gewesen, fügte er hinzu.

Ohne eine klare Stärkung der Konjunktur werde die Verbesserung des Vertrauens aber nicht von langer Dauer sein, sagten die Analysten weiter. "Die Verbrauchervertrauen-Zahlen sind kurzfristige Bewegungen, sie sagen nicht viel aus", sagte Eric Green von der Bank BNP Paribas.

In Deutschland stieg der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelte Konsumklima-Indikator für Mai auf 3,9 nach 3,7 Punkten im April. Entgegen der Befürchtungen habe der Irak-Krieg offenbar keine negativen Auswirkungen auf das Konsumklima gehabt, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Nach Veröffentlichung der US-Verbrauchervertrauen-Zahlen legten die Aktienmärkte beiderseits des Atlantik zunächst zu. Im Verlauf kam es aber zu verstärkten Gewinnmitnahmen, wie Händler sagten. Die Aktienmärkte in den USA erholten sich davon wieder und pendelten dann um ihren Vortagesschluss. Der Deutsche Aktienindex durchbrach kurzfristig die Marke von 3000 Zählern, rutschte dann aber wieder ins Minus.

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