Rat an die Klitschkos: Lennox Lewis hängt Boxhandschuhe an den Nagel

Rat an die Klitschkos
Lennox Lewis hängt Boxhandschuhe an den Nagel

Der 38 Jahre alte Box-Weltmeister Lennox Lewis zieht die Boxhandschuhe für immer aus. Der Brite verkündete am Freitag in London seinen Rücktritt und verzichtet damit auf einen Rückkampf mit Vitali Klitschko von der Hamburger Universum Box-Promotion.

HB LONDON. Die Neuauflage dieses Duells hätte Lewis die stattliche Börse von garantierten 20 Millionen Dollar nebst weiteren Prämien aus dem Fernsehgeschäft eingebracht. Der Schwergewichts-Champion des World Boxing Council (WBC) hatte im Juni vergangenen Jahres den Kampf wegen einer Verletzung Klitschkos umstritten gewonnen.

"Am 21. Juni 2003 hat mein letzter Kampf stattgefunden", erklärte Lewis. "Es war mir eine große Ehre, der Fahnenträger des Boxens in den vergangenen zehn Jahren gewesen zu sein." Als einen der Gründe für den Rücktritt nannte er "Respekt vor dem Sport". "Es ist nicht leicht, Schwergewichts-Weltmeister zu werden, und es ist noch schwerer, Weltmeister zu bleiben. Wenn man nicht immer 110 Prozent geben kann, dann sollte man es nicht tun", meinte er und deutete damit an, dass er nicht mehr zu Höchstleistungen im Stande bzw. bereit sei. "Es ist Zeit für eine jüngere Generation von Boxern."

Lewis, der immer längere Kampfpausen einlegte, konnte sich für weitere Titelkämpfe nicht mehr motivieren. Klitschko-Promoter Klaus- Peter Kohl wirft dem scheidenden Champion vor, dass er vor einem Rückkampf mit Klitschko gekniffen habe. "Ich glaube, er hat einfach Angst vor Vitali." Lewis will die Entwicklung des Schwergewichts- Boxens nunmehr aus der Distanz betrachten: "Ich bin sehr gespannt, wie die kommende Ära aussieht." Als mögliche Thronfolger sieht er den britischen Olympiasieger von Sydney 2000, Audley Harrisson, sowie die Klitschko-Brüder an. Sein Rat an die Ukrainer: "Es gibt keine gerade Straße zum WM-Titel. Es gibt Schlaglöcher und Kurven. Eine Niederlage bedeutet nicht das Ende der Box-Karriere."

Vitali Klitschko ist erster Anwärter auf einen Kampf um den vakanten Titel

Der legendäre frühere Schwergewichts-Weltmeister Muhammad Ali bedauerte den Abschied von Lewis. "Wenn Lewis zum Rücktritt bereit ist, ist das schade, aber er sollte es tun. Lewis ist ein großartiger Kämpfer", sagte er der englischen Tageszeitung "The Sun". Der Brite, der in seiner Karriere 41 von 44 Profi-Kämpfen gewann, davon 32 durch K.o., und sich bei den Olympischen Spielen 1988 mit der Goldmedaille im Superschwergewicht schmückte, ist nach Gene Tunney und Rocky Marciano (beide USA) erst der dritte Schwergewichtsboxer, der als amtierender Weltmeister zurücktritt.

Vitali Klitschko ist nun erster Anwärter auf einen Kampf um den vakanten WM-Titel des WBC. Der in Hamburg und Los Angeles lebende Ukrainer muss sich nun mit dem an Nummer zwei der WBC-Rangliste gesetzten Südafrikaner Corrie Sanders auseinander setzen. Das Duell ist von besonderem Reiz, da Sanders Klitschkos jüngerem Bruder Wladimir im Frühjahr vergangenen Jahres durch einen spektakulären K.o.-Sieg den WM-Titel der World Boxing Organization (WBO) abgenommen hatte. Diesen Titel hatte der Südafrikaner allerdings wenige Monate später niedergelegt. "Wir gehen davon aus, dass im April der Kampf zwischen Vitali und Sanders realisiert werden kann. Ob er in Amerika oder Deutschland stattfindet, ergeben die Verhandlungen", sagte Universum-Sprecher Christoph Rybarczyk.

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