Ratifizierung unklar
Russland sperrt sich gegen Kyoto-Protokoll

Russland hat überraschend Einwände gegen das Abkommen des Bonner Klimagipfels erhoben.

dpa BONN/BERLIN. Es gebe keine eindeutigen Signale, ob das Land das Kyoto-Protokoll ratifizieren werde, sagte der deutsche Chefunterhändler Carsten Sach am Freitag in Bonn. Ohne Russlands Teilnahme ist es nach der Abkehr der USA aber nicht möglich, dass das Kyoto-Protokoll von 1997 zur Reduzierung von Treibhausgasen in Industrieländern in Kraft tritt.

Die EU und Deutschland würden jetzt aber ungeachtet der russischen Position die Ratifizierung einleiten, sagte Sach zum Abschluss der Bonner Konferenz. Das Bonner Abkommen biete dafür die Voraussetzung.

Die Probleme der Russen, die sich noch mehr Waldwirtschaft als Klimaschutzmaßnahme anrechnen lassen wollten als vereinbart, könnten möglicherweise erst auf dem nächsten Klimagipfel in Marrakesch (Marokko) im Oktober/November gelöst werden. Aus wirtschaftlichen Gründen brauche aber auch Russland das Kyoto-Protokoll, betonte Sach.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte in Berlin, Deutschland wolle trotz der Unsicherheiten erreichen, dass das Kyoto-Protokoll bis zum Weltgipfel für Nachhaltigkeit in Johannesburg im Herbst 2002 in Kraft tritt. Dem Bundestag solle das Protokoll noch im Herbst zur Ratifizierung vorgelegt werden. Die Bundesregierung werde sich dafür einsetzen, dass auch die anderen Staaten die Vereinbarung so rasch wie möglich ratifizieren. Die Bonner Vereinbarung sei auch eine Antwort auf die Kritik an der Globalisierung, sagte Trittin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%