Rating-Agentur Standard & Poor’s rechnet mit wenigen Herabstufungen
Versicherungsbranche nach Attentaten stabil

Die Terror-Attacken vom 11. September haben die Finanzkraft der internationalen Versicherungswirtschaft nicht nachhaltig beeinträchtigt.

ali DÜSSELDORF. Die Chancen auf steigende Prämien würden vielmehr weltweit Investoren anlocken, ihr Geld in dieser Branche anzulegen, schreibt die Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) in einer aktuellen Studie.

"Abhängig von neuen Schadenfällen wird 2002 ein sehr profitables Jahr werden. Auch 2003 hat gute Chancen, ein ertragreiches Jahr für die Branche zu werden, blickt man auf die erwarteten Prämienerhöhungen", wird Don Watson, Direktor des S&P Versicherungsanalysten- Teams, in der Studie zitiert.

Zwanzig Rück- und Erstversicherer tragen laut S&P insgesamt rund vier Fünftel der erwarteten Gesamt-Schadenlast von 22 Mrd. $ aus den Terrorattacken. Diese Versicherer würden insgesamt über rund 300 Mrd. $ Kapital verfügen; keines der Unternehmen hätte ein Rating schlechter als "A". Die erwarteten Schadenzahlungen würden bei keinem dieser Unternehmen die Zahlungsfähigkeit gefährden, auch wenn es vereinzelt zu Rating-Rückstufungen kommen könnte, heißt es in der Studie.

Nach den Attentaten wurden bereits sechs Unternehmen herab gestuft. 23 Versicherer wurden auf die Beobachtungsliste (CreditWatch) gesetzt. Chef-Analyst Watson geht laut Studie aber davon aus, dass bei einigen Versicherer das Rating bestätigt werden wird, angesichts erfolgreicher Bemühungen, neues Kapital aufzunehmen. Die Ratings würden zudem dadurch gestützt, dass die Versicherer problemlos neues Kapital aufnehmen können. "Nach einer großen Katastrophe trifft immer eine Verengung der Kapazitäten auf eine gestiegene Nachfrage", erklärt Watson die Bereitschaft der Anleger, ins Versicherungsgeschäft zu investieren. Wenn im kommenden Januar rund 60 % der Geschäftspolicen zur Verlängerung anstehen, seien Preiserhöhungen von im Schnitt 20 % leicht erreichbar.

Watson erwartet, dass die Branche in den kommenden sechs Monaten insgesamt rund zehn Mrd. $ frisches Kapital aufnehmen wird. So habe bereits die Hartford Financial Services Group Inc. 400 Mill. $ über eine Kapitalerhöhung eingenommen; fünf Mrd. $ seien für neue Rückversicherungsanbieter mit Sitz auf den Bermudas bereit gestellt worden. Solch eine Gründungswelle von neuen Anbietern hat es laut S & P bereits nach früheren Katastrophen gegeben, wie nach dem Hurricane Andrew im Jahre 1992.

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