Ratingagenturen
Zahl der Herabstufungen nimmt zu

Die Kreditwürdigkeit europäischer Unternehmen außerhalb der Finanzbranche hat im ersten Quartal 2002 nach Untersuchungen der weltweit größten Ratingagenturen Standard and Poor's (S&P) und Moody's weiter nachgelassen. Wie Moody's am Montag weiter mitteilte, dürfte sich die Bonität der Unternehmen in Europa in den kommenden Wochen weiter verschlechtern.

Reuters FRANKFURT/M. Moody's begründete die verschlechterte Lage vor allem mit Problemen bei Telekommunikationsfirmen und Kabelnetzbetreibern. Die Kreditwürdigkeit von westeuropäischen Unternehmen sei von Moody's im ersten Quartal in 52 Fällen herunter- und demgegenüber nur in 12 Fällen heraufgestuft worden. Auf Unternehmen außerhalb der Finanzbranche seien 90 Prozent aller Herabstufungen, aber nur 42 Prozent aller Höherbewertungen entfallen.

Für die kommenden Monate prognostiziert Moody's eine weitere Verschlechterung der Kreditwürdigkeit westeuropäischer Unternehmen. Am Ende des ersten Quartals standen den Angaben zufolge über fünfmal mehr Unternehmen auf der Beobachtungsliste für eine Herabstufung als für eine Heraufstufung.

In der zweiten Hälfte des laufenden Jahres werde die Zahl der Herabstufungen aber zurückgehen, erklärte Moody's-Volkswirt Kerryn Fowlie. Er begründete seine Voraussage unter anderem mit größeren Kosteneinsparungen und günstigeren Gewinnaussichten der Unternehmen.

S&P nahm im ersten Quartal für jede Heraufstufung eines Unternehmens aus der Europäischen Union (EU) 20,5 Herabstufungen vor. Im ersten Vierteljahr des Vorjahres habe dieses Verhältnis gerade einmal bei 1,7 und im Durchschnitt 2001 bei 4,4 gelegen. Zwar habe die Gesamtzahl der Herabstufungen durch S&P zum Vorquartal abgenommen, gleichzeitig seien aber auch weniger Unternehmen mit einem günstigeren Rating versehen worden. Weltweit seien pro Heraufstufung 5,3 Unternehmen herabgestuft worden nach 7,4 im vierten Quartal 2001.

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