Ratlosigkeit
Lipobay: Bayer informiert Apotheken nicht

Bayer hat den Cholesterin-Senker Lipobay vom Markt genommen, aber die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) bisher nicht offiziell informiert. Ohne offizielle Information kann die ABDA die 22 000 deutschen Apotheken nicht anweisen, das Produkt nicht mehr abzugeben.

dpa ESCHBORN. Die Apotheker sind ratlos: Bayer hat den Cholesterin-Senker Lipobay vom Markt genommen, aber die Apotheken bisher nicht informiert, was sie Patienten raten sollen. Die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Eschborn bei Frankfurt erfuhr von der Rücknahme des Medikaments am Mittwoch über die Wirtschaftsnachrichten. "Wir haben bis jetzt nichts Schriftliches bekommen", bedauerte die ABDA am Donnerstag.

Nach Auskunft der zuständigen Pharma-Expertin Petra Zagermann gibt es fünf alternative Produkte zu Lipobay auf dem deutschen Markt. Diese gehörten aber zur gleichen Stoffklasse, funktionierten also ähnlich. Sie hätten also potenziell das gleiche Risiko, vielleicht in geringerem Maße. Bayer hatte den Cholesterin- Senker überraschend vom Markt verbannt, weil Patienten an Muskelschwäche erkrankt waren, insbesondere bei der gleichzeitigen Einnahme mit dem Wirkstoff Gemfibrozil. Dieser senkt ebenfalls die Konzentration der Blutfette.

Ohne offizielle Information kann die ABDA die 22 000 deutschen Apotheken nicht anweisen, das Produkt nicht mehr abzugeben. Das wäre ein unzulässiger Boykottaufruf. Die ABDA wisse auch nicht, was sie den Patienten raten solle: "Sofort absetzen, vorerst weiternehmen oder durch andere Produkte ersetzen?" Die Situation sei "sehr bedauerlich", sagte Zagermann.

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