Rattengift auf Chips
Vergifter von Nestlé-Süßwaren verurteilt

Ein 36-jähriger Mann, der in zwei Berliner Supermärkten Süßwaren des Nestlé-Konzerns vergiftet hatte, ist am Montag zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

dpa BERLIN. Das Berliner Landgericht sprach ihn wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, falscher Verdächtigung, Freiheitsberaubung und einer Serie von Betrügereien schuldig.

Der Angeklagte hatte vor Gericht gestanden, im Oktober 2000 Rattengift auf Schoko-Chips gestreut und Schokoladentörtchen mit Nitroverdünner verseucht zu haben. In Erpresserschreiben hatte er 100 000 DM (rund 51 130 Euro) von dem Lebensmittelkonzern gefordert.

Bei dem Erpressungsversuch ging es nach Darstellung des Richters weniger um das Geld, sondern vielmehr um Eifersucht: Der Täter habe den Verdacht auf seinen Nebenbuhler gelenkt - den Freund seiner Ehefrau. Dieser arbeitet bei Nestlé als Süßwarentechniker gearbeitet. Er wurde zunächst auch verhaftet.

Menschen wurden durch die vergifteten Süßwaren nicht verletzt. Die Dosis Rattengift sei nicht tödlich gewesen, hieß es in einem Gutachten. Der Nitroverdünner hätte Schleimhautreizungen bewirken können. Der Täter hatte erklärt, er habe die Waren absichtlich ganz hinten ins Regal gestellt. Ein Verkauf sei aber nicht auszuschließen gewesen, sagte der Richter.

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