Raubkopien bleiben ein großes Problem
Musikbranche mit Umsatzrückgang

Die Musikindustrie hat nach Angaben des Branchenverbandes IFPI im ersten Halbjahr 2001 weltweit einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Trotz Hits von N'Sync, Janet Jackson und Destiny's Child seien die Verkaufszahlen von CDs um 4,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, teilte der Musik-Verband "International Federation of the Phonographic Industry" (IFPI) am Freitag in London mit.

Reuters LONDON. Die Verkaufszahlen von Kassetten und Singles seien mit einem Minus von 16,3 und 14,4 % noch dramatischer gefallen. Als Gründe dafür nannte IFPI das allgemein verlangsamte Wirtschaftswachstum und die steigende Zahl des illegalen Brennens auf CD-Rohlinge.

"Wir haben schon immer ein Problem mit Raubkopien und Piraterie gehabt, aber bei einer wachsenden Wirtschaft hat das weniger Auswirkungen auf das Geschäft", sagte der IFPI-Vorsitzende Jay Berman. In manchen Ländern würden inzwischen mehr CDs illegal gebrannt als legal verkauft. Dies sei auch in Deutschland der Fall, wo der Verkauf um 11,3 % auf rund zwei Mrd. DM gefallen sei.

Die Musikbranche rechne damit, dass der Verkauf von CD-Rohlingen dagegen in diesem Jahr weltweit um 40 % steige. Besonders betroffen von dieser Entwicklung seien die fünf größten Musikkonzerne - Universal Music, Warner Music, Sony, die Bertelsmann Music Group und EMI - die weltweit 75 % der Alben auf den Markt bringen. Im zweiten Halbjahr könne die Musikindustrie aber wegen den geplanten Neuveröffentlichungen von Stars wie Robbie Williams (EMI) und Michael Jackson (Sony) auf bessere Umsatzergebnisse hoffen, sagte Berman.

Starker Rückgang in Südamerika

In den USA, dem größten Musikmarkt der Welt, seien im ersten Halbjahr 5,3 % weniger Alben als im Vorjahr verkauft worden und der Umsatz damit auf 5,8 Mrd. $ (rund 12,4 Mrd. DM) gefallen, teilte IFPI weiter mit. Auf dem zweitgrößten Musikmarkt in Japan, hätten die Verkaufsverluste mit rund 2,7 Mrd. $ Umsatz bei 7,2 % gelegen.

In Lateinamerika seien rund 20 % weniger Alben verkauft worden - in Brasilien sogar 37 % weniger. In Asien sei der Umsatz um 8,1 % gefallen, während der europäische Markt durchschnittlich keine Veränderung aufweise. In Großbritannien habe durch zahlreiche Neuerscheinungen der ohnehin vergleichsweise starke Verkaufssektor um 10,5 % zulegen können. In Frankreich sei der Absatz durch einige neue Alben lokaler Stars um 7,9 % gestiegen.

Viele Musikkonzern, darunter Sony Music Entertainment und Universal wollen künftig Raubkopien verhindern, indem sie ihre CDs mit einer Software ausstatten, die das illegale Brennen unmöglich machen soll.

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