Raubkopiere machen die Geschäfte kaputt
Verband: Ein Viertel der Computerspiele sind Raubkopien

Ein Viertel aller Computer- und Videospiele in Deutschland sind Raubkopien. Durch Software-Piraterie entstehe der Branche jährlich einen Schaden von 500 bis 600 Mill. DM (bis 307 Mio Euro), sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Unterhaltungssoftware Deutschland, Ronald Schäfer, am Donnerstag in Leipzig.

dpa LEIPZIG. Das Kopieren von Medieninhalten habe im digitalen Zeitalter eine Dimension erreicht, die mit den Erscheinungen bei analogen oder gedruckten Medien nicht mehr vergleichbar ist.

"Von den nahezu 250 Mill. verkauften beschreibbaren CD wurden in den letzten zwölf Monaten etwa 34 Mill. für Kopien von Computer- und Videospielen verwendet", sagte Schäfer. In der Regel werde damit gegen das Urheberrecht verstoßen. Deshalb müssen nach seiner Ansicht die bestehenden Urheberrechtsgesetze dringend hinsichtlich ihrer Anwendung auf die neuen Medien überprüft und geändert werden. "Gleichfalls ist die Industrie gefordert entsprechende Schutzmechanismen zu entwickeln, um das illegale Kopieren weitgehend auszuschließen", sagte der Geschäftsführer, auf dem 2. Branchenforum in Leipzig.

Die Nachfrage nach Unterhaltungssoftware in Deutschland war nach Angaben des Verbandes im ersten Halbjahr 2001 ungebrochen. In den ersten sechs Monaten wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei den Umsätzen ein Zuwachs um 0,6 % auf 34,76 Mill. Stück erzielt. Im Wert sank der Umsatz jedoch um 5,2 % auf 1,437 Mill. DM. Der Verband führt dies auf geringere Preise zurück.

Der Verband und die Leipziger Messe sind im kommenden Jahr Ausrichter der ersten Computerspielmesse in Deutschland "GC - Games Convention" (29. August bis 1. September). Mit zu erwartenden 120 Ausstellern sei die Branche fast komplett vertreten, sagte der Geschäftsführer der Leipziger Messegesellschaft Josef Rahmen. Mehr als 100 000 Besucher werden zu dieser Premiere erwartet.

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