Raumlabor kostet 2,9 Mrd. DM
Weltraumlabor "Destiny" an Raumstation anmontiert

ap HOUSTON. Nach dem erfolgreichen Anschluss des Weltraumlabors "Destiny" an die internationale Raumstation "Alpha" haben die Raumfahrer am Sonntag mit der Einrichtung der Anlage begonnen. Die Besatzungen der "Alpha" und der US-Raumfähre "Atlantis" betraten am Sonntag erstmals das 1,4 Mrd. Dollar (2,9 Mrd. DM) teure und rund 14 Tonnen schwere Labor. Am Samstag hatte die US-Astronautin Marsha Ivins "Destiny" mit einem Roboterarm aus der Ladebucht der "Atlantis" gehoben und mit der Raumstation verbunden.

"Das Labor sieht großartig aus, so als habe sich die harte Arbeit wirklich gelohnt", sagte "Atlantis"-Kommandant Kenneth Cockrell beim Betreten der Anlage. Innerhalb von acht Stunden wollten die beiden Besatzungen in dem Labor die Computeranlagen sowie die Kontrollsysteme einrichten.

Am Samstag war "Destiny" von Ivins in Millimeterarbeit mit einem Roboterarm aus der Ladebucht der "Atlantis" ins All gehievt worden. Dabei hatte Ivins einen Spielraum von nur fünf Zentimetern an jeder Seite und keinen direkten Sichtkontakt, so dass ihre Kollegen Thomas Jones und Robert Curbeam als ihre "Augen" fungieren mussten. Anschließend verlegten die Raumfahrer elektrische Leitungen und Kabel, um "Destiny" mit "Alpha" zu verbinden. Sie mussten ihre Arbeit kurz unterbrechen, weil Ammoniak aus einer Leitung entwich, kristallisierte und einen "Eissturm" um das Labor verursachte. Dabei gingen laut NASA 1,1 Kilogramm des Ammoniakvorrates verloren, etwa fünf Prozent der Gesamtmenge.

Wegen der Einzigartigkeit des Weltraumlabors waren die Astronauten während der Montage äußerst angespannt. "Wir versuchen, nicht an die Kosten für das Labor zu denken", sagte Cockrell. "Destiny" umfasst 13 Computer und alle Systeme, mit denen die Raumstation betrieben wird.

Nach Erledigung aller Arbeiten sollte die Kontrolle der gesamten Orbitalstation an die US-Raumfahrtbehörde NASA übergehen. Bislang wurde die Station von Russland betreut, das den Großteil der Geräte hergestellt hatte. Zum vollständigen Anschluss sind noch zwei Außenbordeinsätze am Montag und am Mittwoch notwendig. Das erste Experiment im Labor ist für März geplant.

Am Samstagmorgen mussten die Astronauten die Steuerungsraketen der "Atlantis" zünden, um eine Kollision mit Weltraumschrott zu vermeiden. Das Manöver ließ die Station und die mit ihr verbundene Raumfähre eineinhalb Kilometer in die Höhe steigen; das Metallteil zog in etwa 240 Meter Entfernung vorbei.

Mit dem 8,40 Meter langen Labor verlängert sich die gesamte Raumstation auf 51,30 Meter. Sie wiegt nun insgesamt 112 Tonnen. Die Sonnensegel haben unverändert eine Spannweite von 72 Metern.

Die "Atlantis" war am Mittwochabend gestartet. Die Shuttle-Mission soll insgesamt knapp elf Tage dauern. Wenn alles nach Plan läuft, kehrt die Fähre am kommenden Sonntag zur Erde zurück.

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