Ravensburger Spieleland leidet unter dem neuen Wettbewerber
Legoland kommt mit kleinen Steinen groß raus

Die Zahlen stimmen: Von den für das erste Jahr geplanten 1,3 Millionen Besuchern sind bereits 1,2 Millionen gekommen. Die laufende Saison dauert in dem vor allem an Kinder gerichteten Freizeitpark noch bis zum 6. Januar 2003.

MÜNCHEN. Die jüngste Großinvestition des Bauklötzchenkonzerns Lego hat erst Mitte Mai die Tore geöffnet. Günzburg hatte sich 1999 in einem spannenden Ausscheidungsrennen gegen Tokio als Standort für Legos weltweit vierten Park durchgesetzt. Die Dänen haben in der Kreisstadt in der Nähe von Ulm seither mehr als 150 Mill. Euro in Gebäude und Fahrgeschäfte gesteckt und beschäftigen in Spitzenzeiten knapp 1 000 Mitarbeiter.

Die Entscheidung für die süddeutsche Provinz war offenbar richtig: "Wir liegen voll in unseren Erwartungen", betont Jakobsen, "lediglich die Einnahmen im Park, besonders in der Gastronomie, sind etwas unter Plan." Viele Familien bringen Wurstbrot und Sprudel selbst mit. Denn die hohen Preise für Verpflegung und Eintritt werden von vielen Eltern kritisiert. Erwachsene zahlen für die Tageskarte 23 Euro, Kinder 19 Euro. Dafür können alle Attraktionen aber ohne weitere Ausgaben genutzt werden.

Außerdem bemängeln viele Touristen, dass das Legoland nicht besonders groß ist. Der Chef eines Wettbewerbers bringt es auf den Punkt: "Wenn man am Eingang schon das andere Ende sieht, ist das gefährlich." Das könnte sich bald schon ändern: "Wir bauen jedes Jahr etwas Neues", verspricht Jakobsen. Damit noch nicht genug: "Wir planen ein Feriendorf, das aber nicht vor 2004 fertig sein wird. Dazu sind wir momentan in Gesprächen mit möglichen Kooperationspartnern."

Dem Ravensburger Spieleland macht die neue Konkurrenz mächtig zu schaffen. Nur 150 Kilometer südlich gelegen vermeldet der Freizeitpark des traditionsreichen Ravensburger Spieleverlags einen "spürbaren Besucherrückgang". Genaue Zahlen wollte ein Sprecher aber nicht nennen. "Wir leiden unter der massiven Werbung von Lego", gibt Ravensburger zu. Mit eigenen Neuheiten wollen die Oberschwaben im kommenden Jahr den wesentlich finanzstärkeren Konkurrenten aus Dänemark Paroli bieten.

Im Europapark, Deutschlands größtem Freizeitpark, ging es dagegen trotz Legoland bergauf: "Wir werden auf jeden Fall einen neuen Besucherrekord erzielen", freut sich eine Sprecherin. Mit mehr als 3,1 Mill. verkauften Tickets liegt der Park in der Nähe von Freiburg an der Spitze der Branche hier zu Lande. Die Badener setzten trotz Legoland auf Wachstum und wollen bis in zwei Jahren ihre Hotelkapazitäten auf 2 600 Betten verdoppeln.

2003 will Lego noch mehr Gäste anziehen. Jakobsen plant für die erste volle Saison mit 1,5 Millionen Besuchern. Der Erfolg des neuen Legolands macht auch der Konzernzentrale Mut: "Dass es weitere Legoland-Parks geben wird, ist nicht die Frage. Offen ist lediglich, wo und wann", so Jakobsen.

qRavensburger Spieleland leidet unter dem neuen Wettbewerber Legoland kommt mit kleinen Steinen im schwäbischen Günzburg groß raus JOACHIM HOFER HANDELSBLATT, 21.10.2002 MÜNCHEN. Gelungene Premiere für das neue Legoland im schwäbischen Günzburg: "Wir sind äußerst zufrieden mit dem Saisonverlauf. Unser Park ist bei den Leuten gut angekommen", freut sich Legoland-Chef John Jakobsen. Die Zahlen stimmen: Von den für das erste Jahr geplanten 1,3 Millionen Besuchern sind bereits 1,2 Millionen gekommen. Die laufende Saison dauert in dem vor allem an Kinder gerichteten Freizeitpark noch bis zum 6. Januar 2003. Die jüngste Großinvestition des Bauklötzchenkonzerns Lego hat erst Mitte Mai die Tore geöffnet. Günzburg hatte sich 1999 in einem spannenden Ausscheidungsrennen gegen Tokio als Standort für Legos weltweit vierten Park durchgesetzt. Die Dänen haben in der Kreisstadt in der Nähe von Ulm seither mehr als 150 Mill. Euro in Gebäude und Fahrgeschäfte gesteckt und beschäftigen in Spitzenzeiten knapp 1 000 Mitarbeiter. Die Entscheidung für die süddeutsche Provinz war offenbar richtig: "Wir liegen voll in unseren Erwartungen", betont Jakobsen, "lediglich die Einnahmen im Park, besonders in der Gastronomie, sind etwas unter Plan." Viele Familien bringen Wurstbrot und Sprudel selbst mit. Denn die hohen Preise für Verpflegung und Eintritt werden von vielen Eltern kritisiert. Erwachsene zahlen für die Tageskarte 23 Euro, Kinder 19 Euro. Dafür können alle Attraktionen aber ohne weitere Ausgaben genutzt werden. Außerdem bemängeln viele Touristen, dass das Legoland nicht besonders groß ist. Der Chef eines Wettbewerbers bringt es auf den Punkt: "Wenn man am Eingang schon das andere Ende sieht, ist das gefährlich." Das könnte sich bald schon ändern: "Wir bauen jedes Jahr etwas Neues", verspricht Jakobsen. Damit noch nicht genug: "Wir planen ein Feriendorf, das aber nicht vor 2004 fertig sein wird. Dazu sind wir momentan in Gesprächen mit möglichen Kooperationspartnern." Dem Ravensburger Spieleland macht die neue Konkurrenz mächtig zu schaffen. Nur 150 Kilometer südlich gelegen vermeldet der Freizeitpark des traditionsreichen Ravensburger Spieleverlags einen "spürbaren Besucherrückgang". Genaue Zahlen wollte ein Sprecher aber nicht nennen. "Wir leiden unter der massiven Werbung von Lego", gibt Ravensburger zu. Mit eigenen Neuheiten wollen die Oberschwaben im kommenden Jahr den wesentlich finanzstärkeren Konkurrenten aus Dänemark Paroli bieten. Im Europapark, Deutschlands größtem Freizeitpark, ging es dagegen trotz Legoland bergauf: "Wir werden auf jeden Fall einen neuen Besucherrekord erzielen", freut sich eine Sprecherin. Mit mehr als 3,1 Mill. verkauften Tickets liegt der Park in der Nähe von Freiburg an der Spitze der Branche hier zu Lande. Die Badener setzten trotz Legoland auf Wachstum und wollen bis in zwei Jahren ihre Hotelkapazitäten auf 2 600 Betten verdoppeln. 2003 will Lego noch mehr Gäste anziehen. Jakobsen plant für die erste volle Saison mit 1,5 Millionen Besuchern. Der Erfolg des neuen Legolands macht auch der Konzernzentrale Mut: "Dass es weitere Legoland-Parks geben wird, ist nicht die Frage. Offen ist lediglich, wo und wann", so Jakobsen. Quelle: Handelsblatt

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%