Razzien in drei weiteren Orten
Israelische Armee setzt Offensive fort

Die israelische Armee ist am Donnerstag nur wenige Stunden vor dem Besuch von US-Außenminister Colin Powell in drei palästinensische Orte vorgerückt. Zugleich seien in den vergangenen 24 Stunden Truppen aus Dutzenden anderen Orten im Westjordanland abgezogen worden, teilte die Armee mit.

Reuters JERUSALEM. Israelische Soldaten suchten in den Städten Bir Seit und Daharija sowie im Flüchtlingslager Ein Beit Elma nach Waffen und nähmen Verdächtige fest, teilte die Armee mit. Palästinensische Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten Studenten aus ihren Unterkünften an der Universität Bir Seit geholt und mehrere Studenten festgenommen. Die Universität ist die größte im Westjordanland und gilt als nationalistische Hochburg. Die Soldaten hätten eine Ausgangssperre verhängt und die wichtigsten Verwaltungsgebäude in Bir Seit besetzt.

Die Razzien sind Teil der israelischen Militäroffensive im Westjordanland, die am 29. März nach einem palästinensischen Selbstmordattentat mit 27 Todesopfern gestartet worden war. Israelische Soldaten wurden nach Armeeangaben innerhalb eines Tages aus 24 Städten und Dörfern wieder abgezogen. Die Armee machte keine Angaben darüber, wann sie vollständig aus den jüngst besetzten Gebieten im Westjordanland abziehen werde.

Den sofortigen Abzug verlangten am Mittwoch UNO, Europäische Union (EU), USA und Russland in einer gemeinsamen Erklärung in Madrid. Powell wird am Donnerstag im Nahen Osten erwartet. Für Freitag sind Gespräche mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon geplant. Am Samstag soll Powell den seit Karfreitag in seinem Amtssitz in Ramallah von israelischen Soldaten festgehaltenen Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat treffen.

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