Reaktion auf bevorstehenden Konjunkturaufschwung
Opec will mehr Öl exportieren

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird möglicherweise beim Treffen ihrer Ölminister im September die Förder- und Exportbeschränkungen lockern. Ab Oktober könnten die Preise deshalb rutschen.

Reuters LONDON. Ein ranghoher Vertreters des Kartells sagte am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters, voraussichtlich werde der Export für sechs Monate bis Ende März 2003 angehoben. Damit wolle die Opec der höheren Nachfrage im Winter-Halbjahr und dem durch die Konjunkturbelebung wachsenden Bedarf gerecht werden.

Der Ölpreis reagierte allerdings zunächst kaum auf die Ankündigung. Für ein Barrel (159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im September wurden am späten Nachmittag an der Londoner Warenterminbörse International Petroleum Exchange (IPE) 25,10 Dollar und damit nur 23 US-Cent weniger als am Vorabend bezahlt.

Der Opec-Vertreter sagte weiter, es sei noch zu früh um zu sagen, wie hoch die zusätzlichen Mengen sein werden, die das Kartell für den Export freigibt. Viele Förderländer warten nach Angaben von Analysten indessen nach den drastischen Exportbeschränkungen des Ölkartells seit Anfang 2001 um zusammen rund fünf Millionen Barrel täglich auf eine Lockerung der Restriktionen. Länder wie zum Beispiel Algerien unternähmen große Anstrengungen, um den Ausfuhrbeschränkungen zu entsprechen, während andererseits ihre Förderkapazitäten durch ausländische Investitionen gestiegen seien.

"Wir glauben, sie (die Opec) werden Förderung und Export auf Basis der Nachfrageprognosen und der Voraussagen für die Förderung nicht zum Kartell zählender Produzentenländer um eine Million Barrel täglich anheben", sagte Jay Saunders, Energie-Analyst bei der Deutsche Bank. Anderen Analysten zufolge müsste die Opec die Exporte zumindest um 1,5 Millionen Barrel täglich erhöhen, um die täglichen Quoten-Überschreitungen ihrer Mitgliedsländer von knapp 1,5 Millionen Barrel aufzufangen. Die Opec hatte für Förderung- und Export eine Obergrenze von 21,7 Millionen Barrel am Tag vereinbart, um ihr angestrebtes Preisziel von rund 25 Dollar für das Barrel Öl zu erreichen.

Die Verbraucherländer sind indessen besorgt, dass der Ölpreis im Zuge der sich belebenden Weltwirtschaft und damit einhergehender höherer Nachfrage ohne eine Anhebung der Opec-Exporte auf rund 30 Dollar steigen könnte. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für das vierte Quartal 2002 einen Anstieg des Ölverbrauchs um 1,67 Millionen auf 77,5 Millionen Barrel pro Tag.

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