Reaktion auf "Bild"-Bericht
Intershop dementiert Stellenabbau in Jena

dpa JENA. Das Jenaer Software-Unternehmen Intershop hat einen Zeitungsbericht über den Abbau von 190 Stellen dementiert. "In Deutschland sind derzeit keine Entlassungen geplant", sagte Prokurist Karsten Schneider am Dienstag der dpa. Die "Bild-Zeitung" hatte in ihrer Dienstagausgabe berichtet, dass in Jena 40 Stellen abgebaut würden. Weitere 150 Kündigungen seien geplant. Damit wolle Intershop auf den Einbruch des Aktienkurses um mehr als 70 Prozent zu Jahresbeginn reagieren. Ziel sei es, Kosten zu drücken, bevor Ende Januar die neue Gewinn-Prognose fällig sei.

Es seien noch keine Entschlüsse gefasst, sagte Schneider. "Mit Sicherheit werden wir das Mitarbeiterwachstum, das sich in Deutschland im vergangenen Jahr fast verdoppelt hat, in diesem Jahr nicht erreichen." Die 40 Aufhebungsverträge und 150 weiteren Entlassungen seien aber aus der Luft gegriffen. "Es wird weiterhin Einstellungen geben." In der Vergangenheit seien allerdings in der Probezeit Verträge nicht verlängert worden.

Die örtliche IG Metall kritisierte, dass Mitarbeiter mit Aufhebungsverträgen aus dem Unternehmen "heraus komplimentiert" würden. "Da wird die Unerfahrenheit im Arbeitsrecht zum Nachteil der Beschäftigten ausgenutzt", sagte der Bevollmächtigte Ralf Tänzer. Die Beschäftigten sollten auf jeden Fall einen Betriebsrat wählen, um ihre Interessen im Zuge der befürchteten Umstrukturierungen Geltung zu verschaffen.

In USA würden 80 von 256 Stellen gestrichen, da dort die Umsätze im vergangenen Jahr nicht mithalten konnten mit dem Mitarbeiteraufbau, sagte Schneider. Deshalb würden Funktionen aus den USA nach Jena und Hamburg geholt. Damit würden deutsche Standorte gestärkt.

Die "Bild-Zeitung" hatte berichtet, dass von dem Abbau die neue Abteilung Großkundenbetreuung in Jena betroffen sei. Diese gibt es laut Schneider jedoch gar nicht: "Die Vertriebsorganisation für Deutschland ist in Hamburg. In Jena ist das technische Zentrum."

Intershop, eines der Schwergewichte am Neuen Markt, hatte die Börse Anfang Januar mit einer Gewinn- und Umsatzwarnung und roten Zahlen für das vierte Quartal geschockt. Die Aktie war um mehr als 70 Prozent eingebrochen und hatte auch den Kurs anderer Software-Titel mit herunter gerissen. Am Dienstagmittag war die Intershop-Aktie 12,5 Euro wert (DM 24,4).

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