Reaktion auf den Pfizer-Deal
Novartis sieht nun mehr Raum für Partnerschaften

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis sieht nach der angekündigten Übernahme von Pharmacia durch den weltgrössten Pharmakonzern Pfizer einen erweiterten Rahmen für Partnerschaften. "Es ist nahe liegend, dass wir den Wunsch haben, etwas hinzuzufügen. Zweifellos führt das dazu, dass sich der Rahmen für potenzielle Partnerschaften erweitert," sagte Novartis-Konzernchef Daniel Vasella am Montag zu Reuters.

Reuters BASEL. Vasella führte aus, dass sich Novartis nach der Pfizer-Pharmacia-Transaktion nicht gezwungen sehe, etwas zu tun. Pfizer sei bereits der weltgrösste Pharmakonzern und werde durch die Transaktion lediglich zu einer noch grösseren Nummer Eins. "Für uns ist wichtig, dass wir im Markt für Allgemeinmedizin konkurrenzfähig bleiben. Das scheint bis auf weiteres der Fall zu sein. Wir gewinnen Marktanteile," so Vasella.

Vasella bezeichnete das Vorhaben von Pfizer in einer Branche, die weiter konsolidieren werde, als logisch und nachvollziehbar. Aber dadurch würde niemand zu etwas ähnlichem gezwungen. Entscheidend seien die Produkt-Pipeline, die Stärken und Ziele für die einzelnen Unternehmen. Bedenklich stimmen könnte einige Firmen mit denen Pfizer zusammen arbeitet vielleicht, dass der US-Konzern nun zwei mal hintereinander Partner integriert oder übernommen habe, sobald deren Produkte Blockbuster wurden.

Vasella sagte weiter, mit Konkurrent Roche würden keine Gespräche über einen Zusammenschluss geführt. Roche-Konzernchef Franz Humer habe "mehr als einmal sehr klar gemacht, dass sie nicht an einem Zusammenschluss interessiert sind," sagte er.

Novartis hatte im Vorjahr ein Paket der stimmberechtigten Inhaberaktien von der BZ Gruppe des Schweizer Bankiers Martin Ebner erworben und hält letzten Angaben zufolge eine Stimmrechtsbeteiligung von 21,3 Prozent an Roche. Vasella hatte jüngst in einem Interview des deutschen Magazins "WirtschaftsWoche" die Vorteile einer Fusion mit dem Basler Nachbarn hervorgehoben. Die Familien Hoffmann und Oeri, die die Mehrheit der Roche-Stimmen kontrollieren, hatte zuletzt Mitte April deutlich gemacht, dass eine Fusion mit Novartis nicht zur Diskussion steht.

Ein Roche-Sprecher sagte mit Blick auf die Pfizer-Pharmacia-Transaktion, der Konzern sehe seine Zukunft weiter im internen Wachstum. "Es ändert unsere Strategie nicht. Wir glauben an internes Wachstum, aber wir sind offen für Akquisitionen und andere Transaktionen, viel Kooperation in Forschung und Entwicklung, und so weiter," sagt der Sprecher auf Anfrage.

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