Reaktion auf Falschaussage sei unangemessen
Clinton will Entzug seiner Anwaltslizenz abwenden

Reuters LITTLE ROCK. US-Präsident Bill Clinton wehrt sich gegen den von einem Gericht in Arkansas angestrebten Entzug seiner Anwaltszulassung. Ein Lizenzentzug wäre unangemessen und ein einmaliger Vorgang, hieß es am Dienstag in einer Eingabe seines Anwalts an das zuständige Bundesgericht. Die Disziplinarkammer des Obersten Gerichts des US-Bundesstaates Arkansas will erreichen, dass Clinton wegen angeblicher Falschaussagen über sein sexuelles Verhältnis mit der früheren Praktikantin im Präsidialamt, Monica Lewinsky, die Anwaltszulassung in seinem Heimatstaat entzogen wird.

Die Disziplinarkammer wirft Clinton eine schwere Verfehlung vor, weil er im Januar 1998 im Verfahren um angebliche sexuelle Belästigung von Paula Jones angegeben hatte, er habe keine sexuelle Beziehung zu Lewinsky gehabt.

Jones hatte Clinton verklagt, weil er sie angeblich während seiner Amtszeit als Gouverneur von Arkansas sexuell belästigt hatte. Das Verfahren wurde später eingestellt, Clinton jedoch zu einer Geldbuße von 90 000 $ wegen falscher Antworten verurteilt.

Clinton habe die Geldbuße zwar akzeptiert, seine Aussagen über sein Verhältnis zu Lewinsky seien für den Kern des Jones-Verfahrens aber unerheblich gewesen, heißt es in der Eingabe seines Anwalts. In Arkansas sei der Entzug der Anwaltszulassung in der Vergangenheit nur bei Kapitalverbrechen oder Rechtsverstößen während der Berufsausübung verfügt worden.

Clinton scheidet im Januar aus dem Amt. Der Lewinsky-Fall hatte zu einem Amtsenthebungsverfahren geführt, das aber im Senat scheiterte. Clinton hatte eingeräumt, eine "unangemessene Beziehung" zu Lewinsky gehabt zu haben und "irreführende", aber keine falschen Aussagen gemacht zu haben.

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