Reaktion auf überzogene Kursabschläge
Dax zeigt sich freundlich

Die deutschen Standardwerte haben Händlern zufolge nach überzogenen Kursabschlägen am vergangenen Freitag zum Wochenauftakt freundlich tendiert.

Reuters FRANKFURT. Die deutschen Standardwerte haben Händlern zufolge nach überzogenen Kursabschlägen am Freitag zum Beginn der Woche freundlich tendiert. Der Verfallstag von Optionen und Futures am Ende der vergangenen Woche habe die Kurse übermäßig gedrückt, worauf diese nun mit technischen Erholungen reagierten, sagte ein Händler. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann bei geringen Umsätzen bis zum Nachmittag 1,07 % auf 6 398 Punkte. Getragen wird die freundliche Stimmung nach Angaben der Händler außerdem von einer festeren Eröffnung der US-Technologiebörse Nasdaq, die sich bereits am Ende der vergangenen Woche im nachbörslichen Handel von ihren schweren Kurseinbußen erholen konnte. Der Technologieindex Nasdaq Composite lag eineinhalb Stunden nach Handelsbeginn 0,78 % im Plus bei 2 673 Zählern, der US-Standardwerteindex Dow Jones notierte 1,82 % höher bei 10 626 Zählern.

Genau beobachten werde der deutsche Markt den weiteren Handelsverlauf in den USA, sagte Ralf Schmidgall, Händler der Baden-Württemberg-Bank. Dieser habe in der Vergangenheit trotz freundlichen Auftaktes einige Male enttäuscht und an den deutschen Märkten für Stimmungsumschwünge gesorgt, warnte er. Betroffen seien davon in der Regel die deutschen Technologiewerte, die am Montag zum US-Handelsauftakt Händlern zufolge zu den gesuchten Titeln gehörten. Besonders stark nachgefragt wurden die Papiere der Infineon AG mit einem Plus von 3,83 % auf 44,7 Euro und Epcos, die sich um 1,58 % verteuerten. Die zuvor von der Microsoft-Gewinnwarnung stark betroffenen Titel der SAP notierten am Nachmittag 0,97 % höher bei 156,84 Euro.

Daimler-Chrysler im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses standen Händlern zufolge die Aktien von Daimler-Chrysler. Aus einem veröffentlichten Brief des Stuttgarter Autobauers an seine Aktionäre geht hervor, dass der Konzern für dieses Jahr mit einem Einbruch des Betriebsgewinns auf etwa die Hälfte des Vorjahreswertes rechne. Sollte sich im kommenden Jahr die Nachfrage an den Automärkten abschwächen, was vor allem in den USA erwartet werde, "wird das Jahr 2001 insgesamt noch schwieriger als das laufende Jahre werden", hieß es in dem Schreiben. Der Kurs des Daimler-Papiers verlor daraufhin nach Angaben von Marktbeobachtern 2,12 % auf 47,01 Euro.

Dagegen unterstützte Händlern zufolge eine Heraufstufung der Investmentbank Dresdner Kleinwort Benson die Erholung der Titel von Siemens. Die Aktie habe beim gegenwärtigen Kurs nur geringes Abwärtpotenzial, begründete ein Analyst der Bank die Neubewertung. Da Siemens eine Mischung aus Technology- und Old-Economy sei, dürfte sich die Aktie im derzeitigen Marktumfelds als defensive Anlage erweisen, hieß es weiter. Das Papier legte bis zum Nachmittag 1,82 % auf 137,45 Euro zu.

Verluste von 1,17 % auf 35,58 Euro mussten Degussa-Hüls hinnehmen. Branchenbeobachtern zufolge wird die angekündigte Übernahme der britischen Laporte vom Markt nicht positiv aufgenommen, obwohl unter Analysten die Unternehmensstrategie für richtig befunden wird.

Der MDax für die mittelgroßen Werte tendierte am Nachmittag 0,06 % niedriger bei 4 716,86 Punkten. Am Neuen Markt legte der Nemax-All-Share-Index 1,24 % auf 2 996,92 Zähler zu und der Nemax-50 3,72 % auf 3 103,23 Punkte.

Akiko Lachenmann

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