Reaktion auf Warnungen der US-Notenbank Fed
Europäische Börsen überwiegend schwach

Die europäischen Börsen haben Händlern zufolge überwiegend mit Kursabschlägen auf die Warnungen der US-Notenbank Fed reagiert und bei schwachen Vorgaben von den US-Märkten tiefer geschlossen.

Reuters. Die Währungshüter hatten am Vortag vor einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums in den USA gewarnt und nach Angaben von Marktbeobachtern für Verunsicherung unter den europäischen Anlegern gesorgt. Profitieren konnten davon Händlern zufolge einige Werte der als sicherer geltenden traditionellen Branchen wie die Pharma- oder Chemieindustrie.

Belastet präsentierten sich an den US-Märkten unterdessen insbesondere die US-Technologiewerte, nachdem der Nasdaq-Index am Vortag auf dem niedrigsten Stand des Jahres geschlossen hatte. Der Index notierte am Abend (MEZ) 6,19 % tiefer bei 2356 Zählern, während der US-Standardwerteindex Dow Jones 1,63 % auf 10 413 Zähler nachgab.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz verlor 3,69 % auf 4521,9 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 3,57 % auf 4642,68 Zähler fiel.

LONDON: Technologiewerte führen Verlierer an

An der Londoner Börse wurden die Verlierer von den Technologiewerten angeführt, die Händlern zufolge empfindlich auf die Nasdaq-Vorgaben reagiert haben. Belastet von Kurseinbußen bei Arm Holdings, Sage Group und Marconi sank der FTSE bis Handelsschluss um 1,9 % auf 6176,7 Punkte. Die Telekomwerte seien zusätzlich von einer Gewinnwarnung von SBC unter Druck gesetzt worden, hieß es. Das Schwergewicht Vondafone büßte 3,54 % auf 251-1/4 Pence ein. Unter Druck standen außerdem Banken wie HSBC oder Barclays. Deren Aktien fielen um 3,66 % auf 992 Pence beziehungsweise um 3,45 % auf 2098 Pence.



ZÜRICH: Nur vereinzelte Titel behauptet

Die Schweizer Aktienwerte haben sich den negativen Vorgaben des Auslandes angeschlossen und tiefer geschlossen. Behaupten konnten sich nur vereinzelte Standardwerte wie Nestle und Novartis. Während der SMI zum Sitzungsende 0,92 % tiefer bei 7993,7 punkten notierte, verloren die Papiere von Novartis nur zwei sfr auf 2868 sfr, Nestle-Aktien legten sogar fünf sfr auf 3750 sfr zu. Unter besonders großem Druck standen am Mittwoch dagegen die Technologiewerte wie Kudelski, die um 16,58 % auf 1585 sfr abrutschten.

PARIS: CAC40 folgt Nasdaq

In Paris präsentierte sich nach Aussagen von Händlern die Börse im Sog der US-Vorgaben schwach. Der CAC40 ging 3,23 % tiefer bei 5659,81 Punkten aus dem Handel. Vor allem die Technologiebrache litt unter den negativen Aussichten für die US-Konjunktur, hieß es. Alcatel fielen um 12,24 % auf 59,5 Euro, France Telecom gaben 4,82 % auf 95,75 Euro nach. Den Indexrückgang konnten die Papiere der Pharmabranche etwas abschwächen. Sanofi Sythelabo stiegen bis Sitzungsende 1,45 % auf 63 Euro. Auch EADS gehörten zu den wenigen Gewinnern mit einem Kurszuwachs von über vier Prozent.

MAILAND: Mib30 folgt Europa-Trend

Die italienischen Aktienwerte sind Börsianern zufolge dem Abwärtstrend gefolgt. Der Mib30 lag gegen Ende der Sitzung 2,2 % niedriger bei 43 253 Punkten. Da es dem Markt an eigenen Impulsen fehle, könne er sich den Vorgaben nicht entziehen, hieß es. Das Schwergewicht Olivetti büßte 4,23 % auf 2,7 Euro ein und Telecom Italia verloren 4,96 % auf 11,83 Euro. Seat verbuchten ein Minus von 5,95 % und reagierten Händlern zufolge auf ein Interview mit dem Vorstand, in dem von möglicherweise geringeren Gewinnen im Jahr 2000 als erwartet die Rede war.

MADRID: Tiefster Fall seit Januar 1999

An der madrilenischen Börse wurde am Mittwoch der größte Fall des Börsenbarometers seit Januar 1999 verzeichnet. Der Ibex notierte gegen Handelsschluss 4,23 % im Minus bei 8864,3 Punkten. Sorgen um die Zukunft der US-Konjunktur habe die Stimmung belastet, sagten Marktteilnehmer. Einem Händler zufolge sind die Verluste allerdings übertrieben und durch die Wachstumsaussichten in Spanien nicht gerechtfertigt. Telefonica verloren 5,88 % auf 17,6 Euro und Terra Lycos büßten 14,75 % ihres Vortageswertes auf 11,5 Euro ein.

AMSTERDAM: "Old Economy" kann sich behaupten

Unter den niederländischen Aktienwerten konnten sich die Titel der traditionellen Branchen ("Old Economy") behaupten, während die Technologietitel stark unter Druck standen. Der AEX büßte bis Handelsschluss 2,3 % auf 623,8 Punkte ein. Zu den wenigen Gewinnern gehörten mit einem Plus von 5,6 % auf 62,7 Euro die Aktien von Heineken. Philips verloren unterdessen 9,4 % auf 36,1 Euro und ASM Lithography 6,03 % auf 23,70 Euro.

WIEN: TA auf neuem Allzeittief

Die österreichischen Aktienwerte haben die Sitzung tiefer geschlossen. Der ATX verlor bis Handelsschluss 1,4 % auf 1055,4 Zähler. Belastet wurde das Börsenbarometer von herben Kurseinbußen der Telekom-Austria-Aktie. Das Papier schloss die Sitzung auf einem neuen Allzeitief bei sieben Euro und zog Händlern zufolge auch den Telekomwert Cyber Tron mit hinunter. Händler sagten, dass es ein Problem bei Cyber Tron zu geben scheine, obwohl der Unternehmensvorstand zu Wochenbeginn die Platzierung einer Optionsanleihe als sicher bezeichnet hatte. Einen positiven Tagesabschluss schafften die Werte Wolford, Brau-Union und Böhler-Uddeholm.

BRÜSSEL: Im Plus trotz fallender Technologietitel

In Brüssel hat das Börsenbarometer Bel20 trotz einbrechender Technologiewerte etwas höher schließen können. Der Bel20 notierte am Ende 0,07 % höher bei 2993,68 Punkten. Getragen wurde der Index unter anderem von dem Chemiewert Solvay, der Händlern zufolge von den Umschichtungen der Anleger nach Verkäufen von Technologietiteln profitierten. Zudem habe das Geschäft mit BP Amoco zur Reorganisation der Plastiksparte von Solvay den Wert des Unternehmens gesteigert, sagten Händler. Die Papiere verbuchten 5,12 % Kurszuwachs. Auch der unter Anlegern als relativ sicher geltende Wert Dexia gewann 0,53 % hinzu. Dagegen gab Indexschwergewicht Fortis B 1,06 % ab.

STOCKHOLM: Schwergewichte von Nasdaq belastet

Die Stockholmer Börse wurde Händlern zufolge von den Verlusten der Nasdaq belastet. Der OMX rutschte im Sitzungsverlauf 4,73 % ab und schloss bei 1047,74 Zählern. Belastet wurde der Index von seinen Schwergewichten Ericsson und Nokia. Die Telekomausrüster büßten 11,5 skr auf 105,50 skr beziehungsweise 45 skr auf 410 skr ein. Noch größere Verluste verzeichnete die Internet-Branche. Icon Medialab verloren 2,8 skr auf 12,6 skr, Framfrab verbilligten sich um 1,45 skr auf 9,75 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%