Reaktion auf Zinsentscheid
Dollar legt zu gegenüber Yen und Euro

Der Dollar stieg zum Yen über das in der vergangenen Woche markierte Zwei-Monats-Hoch von 124,74 Yen. Der Euro lag wie zum US-Handelsschluss am Vorabend bei Kursen um 0,86 $, mehr als einen halben Cent unter seinem am Vortag erreichten Wochenhoch von 0,8660 $.

Reuters TOKIO. Der Dollar hat nach der Entscheidung der US-Notenbank, die Leitzinsen um nur weitere 25 Basispunkte zu senken, in Fernost wieder die Oberhand gewonnen. Händlern zufolge hat die sechste Zinssenkung in den USA zwar die Zweifel über eine Erholung der schwachen US-Konjunktur nicht vertrieben, aber schwache japanische Konjunkturdaten rückten die angeschlagene Verfassung der Wirtschaft des Landes wieder in den Mittelpunkt.

Der Euro nahm zum Yen nach einem vorübergehenden Kursrückgang wieder Anlauf auf das am Vortag erreichte Monatshoch von 107,70 Yen und notierte zuletzt mit 107,36/46 Yen.

Auf die weithin erwartete Entscheidung der japanischen Notenbank, ihre faktische Nullzinspolitik nicht noch mehr zu lockern, reagierten die Kurse kaum. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte am Mittwoch dagegen die Leitzinsen zum sechsten Mal in diesem Jahr gesenkt, nach fünf Schritten um 50 Basispunkte diesmal aber nur 25 Basispunkte. Der Schlüsselzins liegt jetzt mit 3,75 % auf dem tiefsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Schwacher Konsum in den USA, nachlassendes Wachstum im Ausland sowie rückläufige Unternehmensgewinne und Investitionen belasteten die Konjunktur, erklärte die Fed. Nach Ansicht von Analysten hat sich die Notenbank damit die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik offen gehalten.

Mit der nächsten Zinssenkung wird schon gerechnet

Am Devisenmarkt, wo viele einen größeren Zinsschritt von 50 Basispunkten erwartet hatten, herrschte keine klare Meinung, ob der Fed-Entscheid zuversichtlich über die weitere Entwicklung der schwachen US-Konjunktur stimmen sollte oder nicht. "Die Fed ist offenbar besorgt, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten nicht erholen wird und sie deshalb noch Zinssenkungen in Reserve halten muss, um die Märkte zu beruhigen", sagte ein Händler. Nach der jüngsten Umfrage wird an der Wall Street auch fast einhellig mit einer weiteren Zinssenkung um 25 Basispunkte im August gerechnet.

Der Yen knickte unterdessen wegen erneut schwacher japanischer Wirtschaftsdaten ein. So schrumpfte die Industrieproduktion im Mai um 1,2 % nach minus zwei Prozent im April. Analysten hatten nur einen Rückgang von 0,4 % erwartet. Die Daten ließen einen sehr schlechten Konjunkturbericht der japanischen Notenbank am Montag erwarten, sagte Marshall Gittler, Devisenexperte der Bank of America. Deshalb sei mit einem steigenden Dollar-Yen-Kurs zu rechnen. Nach der erwarteten Entscheidung der japanischen Notenbank, bei ihrer faktischen Nullzinspolitik über eine quantitative Steuerung zu bleiben, kletterte der Dollar weiter auf den höchsten Stand seit zehn Wochen von 124,76 Yen. Händler verwiesen auf die Kursverluste am Tokioter Aktienmarkt, der aus Enttäuschung über den Fed-Zinsschritt zwei Prozent im Minus lag.

Der Euro blieb in Fernost zumindest stabil, nachdem er seine leichten Kursgewinne der vergangenen Tage nach dem Fed-Entscheid eingebüßt hatte. Auch eine europäische Notenbank soll bei 0,8620 $ Euro zu kommerziellen Zwecken verkauft haben.

Der Goldhandel begann am Donnerstag in Hongkong fester. Im frühen Geschäft wurde die Feinunze des Edelmetalls (31,1 Gramm) mit 272,10/60 $ bewertet. In New York war Gold am Vortag zuletzt mit 271,90/272,40 $ notiert worden.

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