Reaktionen auf die Irak-Anhörung
„Champagner ganz hinten in den Kühlschrank gestellt“

Der Irak-Kommandeur David Petraeus hat dem US-Senat den neuen Lagebericht vorgelegt. Fazit: Die Truppen sollen nicht zu schnell abgezogen werden. Genau das wollen viele Amerikaner aber nicht hören. Die drei möglichen Nachfolger für das Präsidentenamt müssen reagieren. Was Clinton, Obama und McCain zu Petraeus' Vorschlägen sagen und was die US-Presse und Blogger denken.

DÜSSELDORF. Den Lagebericht im Original gibt es bei der „» „New York Times“ (NYT) “ zu lesen. Ebenfalls bietet » www.nytimes.com Video-Material von der Anhörung – samt der Unterbrechung durch Demonstranten – an.

In einem Leitartikel konstatiert die Zeitung, dass das Eingeständnis vom Kommandeur Petraeus, dass die US-Streikräfte immer noch keinen Wendepunkt im Irak erreicht haben, im Ton durchaus von früheren Aussagen zu diesem Thema abweicht. Damals sei noch die Rede von „konkretem Benchmarking“ und „schnellen Abzügen “gewesen.

Dagegen sind die Blogger auf » „politico.com“ der Meinung, dass sich eher wenig geändert hat. Der Tenor nach der Anhörung lautet: „Irak-Fragen immer noch unbeantwortet“. Top-Thema für „politico.com“ ist vielmehr die vermeintliche „Desorganisation der Hillary-Clinton-Kampagne“.

Auch bei anderen Blogs löste der Auftritt von Clinton keine große Resonanz aus. Sogar das demokratenfreundliche » „MyDD.com“ konzentriert sich eher auf die Aussagen von Petraeus und Bagdad-Botschaftler Ryan Crocker. „MyDD.com“ will sogar eine Argumentation gefunden haben, die allen vorhergehenden Rechtfertigungen des Krieges seitens der Bush-Regierung widersprechen soll: Botschaftler Crocker gab nämlich auf Anfrage des Senators Biden zu, dass die Vernichtung von El Kaida in Afghanistan und Pakistan eben ein strategisch und sicherheitspolitisch wichtigeres Ziel sei, als die Zerstörung derselben Organisation im Irak. Das Blog » D-Day schließt sich dieser Meinung an: „Joe Biden hat da jedes Argument von der Bush-Regierung für den Krieg widerlegt.“

Der Auftritt von Obama konnte die Blogger ebenso wenig wie der von Clinton begeistern – obwohl Obamas Kritik an den Patraeus-Vorschlägen schärfer ausgefallen war als die seiner internen Rivalin. Das » „Wall Street Journal“ meint, dass er nichts Neues gesagt hat. Harte Wörter wie „unordentlich und schmuddelig“, mit denen Obama die Lage im Irak beschrieb, fielen nicht auf. Das Blatt interessiert sich eher für Obamas Aussage, dass der Staatshaushalt wegen des Irak-Einsatzes „am Verbluten“ sei.

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