Reaktionen auf die Wahl
Pressestimmen aus dem Ausland

Die Mehrheit der großen europäischen Zeitungen sieht in dem knappen Wahlsieg der rot-grünen Koalition keine gute Voraussetzung für notwendige Reformen.

HB DÜSSELDORF. Die Mehrheit der großen europäischen Zeitungen sieht in dem knappen Wahlsieg der rot-grünen Koalition keine gute Voraussetzung für notwendige Reformen. Hier eine Auswahl der Pressestimmen:

"The Times", Großbritannien: "Schröder sollte sich nicht in der neuen Rolle wohlfühlen, Saddam Husseins liebster Europäer zu sein. Die Mischung von außenpolitischer Isolation und innenpolitischer Nervosität könnte sich als alarmierend erweisen."

"Jyllands-Posten", Dänemark: "Die Regierung muss die Scherben des beispiellosen Populismus auffegen, den Schröder im Endspurt mit seinem eindeutigen Antiamerikanismus aus dem Hut zauberte."

"Die Presse", Österreich: "Deutschland braucht Reformen dringender denn je. (...) Da sind Mini-Mehrheiten unbrauchbar."

"La Republica", Italien: "Die deutschen Wähler haben, wenn auch nur um Haaresbreite, den Trend in den europäischen Ländern zu Gunsten der Mitte-rechts-Parteien gestoppt."

"Algemeen Dagblad", Niederlande: "Es fehlt ein deutliches Mandat für diese oder jene Richtung. Die Wählerschaft scheint so pragmatisch zu sein, wie es wohl die Politiker sind."

"El País", Spanien: "Außenminister Joschka Fischer rettete nicht nur Schröder, sondern er wurde auch zu einer der interessantesten Figuren in der deutschen und europäischen Politik."

"De Standaard", Belgien: "Man muss feststellen, dass ein unbestimmtes Wahlergebnis keine gute Nachricht ist für die europäischen Partner. Deutschland braucht eine starke Regierung, (...) nicht eine Koalition mit einer hauchdünnen Mehrheit."

"Aftenposten", Norwegen: "Der äußerst knappe Wahlausgang könnte die erste Vorwarnung für geschwächte politische Führungskraft in Europas gewichtigstem Staat sein."

"ABC", Spanien: "Bundeskanzler Schröder verlor Stimmen und moralische Autorität. (...) Schröder erwies sich in den vergangenen vier Jahren als nicht geeignet, und Edmund Stoiber konnte auch nicht überzeugen."

"Expressen", Schweden: "Europa geht es besser ohne Stoibers beschränkten Lederhosen-Nationalismus."

"La Stampa", Italien: "Der Kanzler muss sich bei Joschka Fischer bedanken sowie dem Vertrauen, das er nach den Überschwemmungen im Osten Deutschlands erworben hat. Schröder gehört zu jener besonderen Sorte Politiker, die statt eines Herzens ein Segel in ihrer Brust haben und die ohne Zögern ihr Schicksal erkennen: Sie gehen dorthin, wo der Wind sie hinträgt."

"Les Echos", Frankreich: "Aus dieser Wahl sind zwei Lehren zu ziehen: die Desorientierung der öffentlichen Meinung angesichts der Globalisierung hat die Parteien dazu geführt, ihre Wähler in der Mitte zu suchen. Eine undeutliche Mitte, die die Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Die Themen des Wahlkampfes haben gezeigt, wie schwierig es ist, ein Gesellschaftsmodell zu reformieren, ohne es zu zerstören."

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