Reaktionen auf die Wahlen: Westerwelle präsentiert sich als Wahlsieger

Reaktionen auf die Wahlen
Westerwelle präsentiert sich als Wahlsieger

Für den FDP-Chef kam das Ergebnis der Landtagswahlen gerade recht.

FDP-Führung betont die bundespolitische Bedeutung der Wahlergebnisse

BERLIN. Bereits 19 Minuten nach Schließung der Wahllokale vor die Kameras treten zu können, ist der FDP nicht oft vergönnt. Viel zu häufig mussten Liberale bei Landtagswahlen in Hinterzimmern lange ausharren, um zu wissen, ob es denn zum Einzug in ein Landesparlament reichen würde oder nicht. Vielleicht waren deshalb die Mikrofone am Sonntagabend noch gar nicht an, als die strahlende Führungsriege der Liberalen in der Berliner FDP-Bundeszentrale so früh vor die Kameras eilte.

Aber zu gut waren die Wahlergebnisse in Hessen und Niedersachsen, um das Feiern zu aufzuschieben. Und sowohl Generalsekretärin Cornelia Pieper als auch Parteichef Guido Westerwelle konnten es kaum abwarten, den satten Zugewinnen der Liberalen auch eine bundespolitische Bedeutung zu geben. Schließlich war sich die versammelte FDP-Spitze in diesem Moment in einem einig: Die Personaldebatte um die Führungsposten dürfte fürs erste verstummt sein. Und bevor die Verarbeitung der nächsten Episode der "Affäre Möllemann" auf die FDP zurollt, galt es die Triumphe auskosten: plus drei Prozent in Hessen, und sogar noch etwas mehr in Niedersachsen; in beiden Länderparlamente mit beruhigender Mehrheit vertreten. Und noch besser aus Sicht der Liberalen: In Niedersachsen hatten sie sogar den Grünen den Platz als dritte politische Kraft streitig gemacht.

"Meine Erststimme habe ich beim Wahlkampf in Niedersachsen verbraucht", krächzte denn auch Cornelia Pieper zunächst ohne Mikrofon gut gelaunt. Und um die letzten Zweifler an Parteichef Westerwelle verstummen zu lassen, erinnerte sie daran, dass die Geschichte der Liberalen unter diesem Parteichef eine Erfolgsgeschichte sei. Seit dieser im Mai 2001 ins Amt kam, hat die FDP nun mit Niedersachsen zum vierten Mal bei Landtagswahlen den Sprung zurück aus der außerparlamentarischen Opposition in ein Parlament geschafft. Die Bundestagswahl rechneten sie nonchalant in den "andauernde Aufwärtstrend der Liberalen" ein. Nur Bundestagsfraktionschef Wolfgang Gerhardt stand etwas gequält am Rande.

Dabei kann man die Ergebnisse auch anders deuten. Denn mit Ruth Wagner (62) in Hessen und Walter Hirche (61) in Niedersachsen haben immerhin zwei ältere Vertreter der Partei die Erfolge errungen, die eindeutig keine Anhänger der Westerwelle?schen Spaßpolitik sind. Der Parteichef, ohnehin geläutert, gab sich denn auch seriös und reformorientiert. "Die FDP garantiert, dass es keine Blockade aus parteipolitischer Absicht geben wird", betonte er. Was allerdings um 18.29 Uhr doch wieder ein wenig nach dem "Projekt 18" klang.

Denn zu diesem Zeitpunkt war noch gar nicht klar, ob die beiden Landtagswahlen nicht doch einen Wermutstropfen für die Liberalen bereit halten würde. In Hessen zumindest kegelte die absolute Mehrheit für die Union die FDP aus der Regierungsbeteiligung. Und in Niedersachsen schrammte die CDU noch gegen 20 Uhr an der absoluten Mehrheit entlang. Immerhin erhielt die FDP in beiden Ländern aber das Angebot für eine Zusammenarbeit mit der Union.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%