Reaktionen auf Entscheidung des Senats
Niederländische Medien kommentieren Sterbehilfe-Gesetz verhalten

ap DEN HAAG. Die Verabschiedung des Sterbehilfe-Gesetzes in den Niederlanden ist von den Medien des Landes am Mittwoch nur verhalten kommentiert worden. Die öffentliche Meinung sei nach wie vor zu zerrissen, um von einem Konsens zu sprechen, schrieb die in Amsterdam erscheinende Tageszeitung "Trouw". Das erste Land in der Welt zu sein, in dem Sterbehilfe offiziell erlaubt ist, sei nichts, worauf man stolz sein müsse. Das Gesetz erlaube nur etwas, was ohnehin schon praktiziert werde, schrieb die niederländische Tageszeitung "Volkskrant".

Der Senat in Den Haag hatte das Euthanasie-Gesetz am Vorabend mit 46 zu 28 Stimmen angenommen. Damit nahm das Gesetz die letzte parlamentarische Hürde. Es soll in einigen Wochen in Kraft treten. Dann ist es Patienten erlaubt, in einer schriftlichen Erklärung um Sterbehilfe zu bitten. Dem Gesetz zufolge dürfen Ärzte diesem Wunsch nur entsprechen, wenn der Patient ohne Aussicht auf Heilung unerträglich leidet. Bereits 1993 hatte das niederländische Parlament Richtlinien verabschiedet, denen zufolge Ärzte im Falle von Sterbehilfe nicht strafrechtlich verfolgt werden. Dennoch blieb der Straftatbestand, Beihilfe zum Selbstmord, bestehen.

Während der Debatte am Dienstag protestierten rund 10 000 Gegner des neuen Gesetzes vor dem Parlamentsgebäude. Umfragen zufolge sind jedoch 90 Prozent der Niederländer für die rechtliche Billigung der Sterbehilfe. "Das Gesetz beseitigt Unsicherheiten für Patienten und Ärzte", sagte Gesundheitsministerin Els Borst.

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