Reaktionen nach dem TV-Duell
Stoiber für viele Zuschauer besser als erwartet

Die Meinungsforschungsinstitute haben unmittelbar nach dem TV-Duell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seinem Herausforderer Edmund Stoiber (CSU) am Sonntagabend ein teilweise stark uneinheitliches Bild gezeichnet.

HB/dpa MANNHEIM. In mehreren Umfragen kam aber auch zum Ausdruck, dass das Streitgespräch unentschieden ausgegangen ist. Nach einer Blitzumfrage des Instituts Forsa für SAT 1 hat Schröder das Duell für sich entschieden. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte für das ZDF, dass sich Stoiber (37 Prozent) besser geschlagen habe als Schröder, den 35 Prozent für überzeugender hielten. Auf der Basis von 1055 zufällig ausgewählten Zuschauern wurde ermittelt, dass Stoiber von dem TV-Duell eher profitiert habe als Schröder. Bei Forsa sprachen sich in der Frage nach der Sympathie 57 Prozent für Schröder aus und 35 Prozent für Stoiber. 48 Prozent hielten nach dieser Umfrage Schröder für kompetenter als Stoiber (41 Prozent).

Auch das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap zeichnete in der ARD-Sendung "Sabine Christiansen" in Teilbereichen ein eher ausgeglichenes Bild. Sowohl der Amtsinhaber wie auch der Herausforderer erhielten bei der Frage nach der höheren Kompetenz je 37 Prozent. Unmittelbar nach Abschluss des TV-Duells in den Privatsendern RTL und SAT 1 hielten in dieser Sendung 43 Prozent der Zuschauer Schröder für überzeugender als Stoiber, für den sich 33 Prozent aussprachen.

Der Göttinger Wahlforscher Frank Bösch sagte der Agentur dpa, dass Stoiber besser als erwartet abgeschnitten habe. "Er war rhetorisch, inhaltlich und menschlich stark", meinte Bösch. Aber der Kandidat sei auch "klaren Antworten ausgewichen". Nach Ansicht des Berliner Politikwissenschaftlers Nils Diederich ist die große Gruppe der Nichtwähler durch das TV-Duell nicht mobilisiert worden. Die Gestaltung der Sendung sei zu uninteressant gewesen, sagte der an der Freien Universität in Berlin lehrende Professor.

Auch der Bremer Parteienforscher Lothar Probst ist der Überzeugung, dass die Wähler von dem Fernsehduell nicht beeindruckt waren. Es sei ein sehr steriles Gespräch fast ohne Schlagabtausch gewesen. Interessant der bei "Sabine Christiansen" registrierte Vergleich: Von 750 Befragten wünschten sich vor dem Duell 40 Prozent Schröder als Kanzler und danach 42 Prozent. Für Stoiber votierten bei der gleichen Frage 29 Prozent vorher und 36 Prozent nachher. Der Parteienforscher Jörgen Falter meinte in der Sendung, das Duell sei im wesentlichen unentschieden ausgegangen mit Vorteilen für jeden der beiden Politiker in einzelnen Themenbereichen.

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