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Reaktionen zu dem Terroranschlag

Politiker aus dem In- und Ausland haben der US-Regierung ihr Beileid ausgesprochen und ihr Solidarität versichert.

Stimmen aus den USA

Colin Powell, US-Außenminister: "Wieder einmal sehen wir Terrorismus, wir sehen Terroristen, Leute, die nicht an die Demokratie glauben. Leute, die glauben, sie könnten mit der Zerstörung von Gebäuden, mit Mord irgendwie ihre politischen Ziele erreichen. Sie können Gebäude zerstören, sie können Menschen töten und diese Tragödie betrübt uns, aber wir werden niemals erlauben, dass sie den Geist der Demokratie zerstören. Sie können sicher sein, dass Amerika mit dieser Tragödie in einer Weise umgehen wird, die die Verantwortlichen der Gerechtigkeit zuführt. Sie können sicher sein, dass, obwohl es ein schrecklicher Tag für uns ist, wir damit fertigwerden, weil wir ein starkes Land sind, ein Land, das an sich selbst glaubt."

Wesley Clark, Ex-Nato-Oberbefehlshaber: "Der erste Verdacht gilt Bin Laden", sagte Clark am Dienstag dem US-Nachrichtensender CNN. "Wir wussten seit einiger Zeit, dass es Leute gab, die das geplant haben". "Wenn dies Terrorismus ist, internationaler Terrorismus, dann brauchen wir eine weit bessere Zusammenarbeit zwischen den Ländern", fügte er hinzu. Die Sicherheit werde erhöht. "Wir werden ein System erarbeiten, sehen was wir tun können, um zurückzuschlagen. Clark sprach von einer "Tragödie für Amerika". Eines der wichtigsten Themen werde sein, "wieder ein Gefühl der Normalität in diesem Land herzustellen".

Stimmen aus Deutschland

Gerhard Schröder, Bundeskanzler: Schröder erklärte, die Anschläge seien eine "Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt [...] Ich habe dem amerikanischen Präsidenten die uneingeschränkte Solidarität zugesagt. [...] Die Anteilnahme aller Deutschen gilt den Opfern und den Angehörigen der Opfer."

Der Bundeskanzler erklärte, auch er habe mit Entsetzen von "den verabscheuungswürdigen terroristischen Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington erfahren, bei denen so viele Menschen ihr Lebenverloren haben".

"Wer diesen Terroristen hilft oder sie schützt, verstößt gegen alle fundamentalen Werte, die das Zusammenleben der Völker möglich machen."

Johannes Rau, Bundespräsident (aus Finnland): "Dieser Tag hat die Welt verändert", sagte Rau, entsetzt über die Anschläge. Das Ausmaß dieses schrecklichen Ereignisses sei noch gar nicht erkennbar. Gebannt habe er die Fernsehberichte verfolgt - "erschrocken und kaum des Nachdenkens fähig". Das Leid, das an diesem Dienstag über die Menschen gekommen ist, sei nie mehr ungeschehen zu machen, sagte Rau. "Was in New York und Washington geschehen ist, ist unfassbar. Ich spreche Ihnen, den Hinterbliebenen der Opfer und dem ganzen amerikanischen Volk mein tief empfundenes Beileid aus."

Joschka Fischer, Bundesaußenminister: Bundesaußenminister Joschka Fischer hat am Dienstagabend bekräftigt, dass Deutschland "fest an der Seite der USA" stehe. Die Welt befinde sich im Schockzustand, sagte er bei seinem Eintreffen zu einer Sondersitzung der Grünen-Fraktion. Konsequenzen müssten aber "auf Informationen gründen". Fischer zeigte sich "fassungslos und entsetzt. "Wir fühlen mit den Opfern und ihren Angehörigen und dem ganzen amerikanischen Volk."

Rudolf Scharping, Bundesverteidigungsminister: Verteidigungsminister Rudolf Scharping schrieb an seinen US-Kollegen Donald Rumsfeld, es bleibe die gemeinsame Aufgabe, "dass die demokratischen Nationen bei der Bekämpfung des weltweiten Terrorismus weiterhin eng zusammenarbeiten müssen".

Wolfgang Thierse, Bundestagspräsident: "Diese Anschläge sind entsetzliche Verbrechen, die uns alle erschüttern."

Angela Merkel, CDU-Vorsitzende: "Die CDU Deutschlands steht beim Kampf gegen den internationalen Terrorismus fest an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika. Wir werden das, was wir an Hilfe leisten können, selbstverständlich leisten." Die Anschläge seien "ein tiefer Einschnitt für die demokratische Welt".

Edmund Stoiber, Bayerischer Ministerpräsident: "Quasi-Kriegserklärung gegen die USA und damit die freie Welt".

Claudia Roth und Fritz Kuhn, Vorsitzende der Grünen: "Unsere ganze Trauer gilt in diesen Stunden den Opfern der Anschläge, unser Mitgefühl den Angehörigen und Hinterbliebenen."

Wolfgang Gerhardt, FDP-Fraktionsvorsitzender: "Wir sind in Gedanken bei Ihren Familien und bleiben in Solidarität mit unseren amerikanischen Freunden." (aus einem Brief an den US-Botschafter)

Gabi Zimmer, PDS-Vorsitzende: Zimmer appellierte an die amerikanische Regierung, "beim Abwägen ihrer Reaktion das Maß an Verantwortung für die Erhaltung des Friedens an den Tag zu legen, die einer Großmacht wie den USA zukommt".

Stimmen aus dem Ausland

Wladimir Putin, russischer Präsident: Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einem "terroristischen Akt" und einer "schrecklichen Tragödie" und sprach der US-Bevölkerung seine Anteilnahme aus. Putin weiter: "Wir stehen an der Seite des amerikanischen Volkes. [...] Die Ereignisse heute gehen über die Grenzen der USA hinaus. Das ist eine eklatante Herausforderung für die Menschlichkeit."

Tony Blair, englischer Premierminister: Premierminister Tony Blair zeigte sich im südenglischen Brighton "furchtbar schockiert". Der "Massenterrorismus" sei das "neue Böse in der heutigen Welt". Es werde "verübt von Fanatikern, denen der Wert des menschlichen Lebens vollkommen gleichgültig ist". Er versprach den USA "alle Hilfe, die wir geben können", um die Täter aufzuspüren und vor Gericht zu stellen.

Jacques Chirac, französischer Präsident: Der französische Präsident Jacques Chirac verurteilte die "monströsen Attentate" in einer Fernsehansprache an die Nation. Die Amerikaner sollten wissen, dass "das ganze französische Volk auf ihrer Seite steht."

Jassir Arafat: "Wir sind völlig schockiert, es ist einfach unfassbar." "Ich habe meine Anteilnahme, die Anteilnahme des palästinensischen Volkes an den amerikanischen Präsidenten (George W.) Bush und seine Regierung und an das amerikanische Volk gesandt wegen dieser schrecklichen Tat."

Romano Prodi, Präsident der europäischen Kommission: Die Europäische Union verurteilte die Terroranschläge "auf das Schärfste". Prodi: "Die Bürger Europas sind auf der Seite der Amerikaner und aller Menschen in der Welt, die den Frieden lieben." Er rief dazu auf, den "Terrorismus in den allerstärksten Worten zu verurteilen und ihm zu widerstehen."

George Robertson, NATO-Generalsekretär: "Diese barbarischen Akte stellen eine nicht zu tolerierende Aggression gegen die Demokratie dar und unterstreichen die Notwendigkeit, dass die internationale Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten der Allianz ihre Kräfte vereinigen, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen."

Javier Solana, außenpolitischer Sprecher der EU: "Keine Worte können meine Antwort auf diese barbarischen Akte des Terrorismus ausdrücken." Solana sprach seine Solidarität mit dem amerikanischen Volk und den Familien der unschuldigen Opfern aus. "Die Europäische Union steht entschieden und geschlossen hinter den Vereinigten Staaten."

Abdallah Frangi, palästinensischer Generaldelegierter in Deutschland: "Dieser Tag ist ein schwarzer Tag für die Welt", sagte Frangi. Er werde das Gesicht der Welt verändern. "Ich kann sagen, wer nicht dahinter stecken kann: Weder die Palästinenser noch die arabischen Organisationen, die heute bekannt sind, stecken dahinter. Die Angriffe waren zu gut organisiert. [...] man hat einen hundertprozentigen Plan verfolgt. Die Leute, die dahinter stehen, haben eine unglaubliche Macht. [...] die PFLP ist zu so etwas nicht in der Lage." "Die Betroffenheit bei den meisten Arabern ist ungeheuer groß."

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