Real 1,0 Prozent weniger
Einzelhandelsumsätze in Deutschland unerwartet gesunken

Der deutsche Einzelhandel hat im März entgegen der Erwartungen von Analysten und trotz der seit Jahresbeginn wirksamen Steuerleichterungen real weniger umgesetzt. Die Einzelhandelsumsätze seien zum März 2000 um 0,6 Prozent nach minus 6,4 Prozent im Februar gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit.

rtr WIESBADEN/FRANKFURT. Analysten hatten im Schnitt dagegen einen Anstieg der Umsätze um 0,1 Prozent erwartet. Nach den Daten der Bundesbank, die im Unterschied zu den Zahlen des Statistik-Amtes auch die Verkäufe von Kraftfahrzeugen und die Umsätze der Tankstellen berücksichtigen, fielen die Umsätze im Jahresvergleich real um 1,0 Prozent. Der Rückgang zeigt Volkswirten zufolge, dass die nachfragefördernden Wirkungen der Steuersenkung dieses Jahres von den hohen Ölpreisen überlagert wurden.

Für den Monatsvergleich lieferten die am Freitag vorgelegten Daten zu den Einzelhandelsumsätzen ein gemischtes Bild. Während das Statistische Bundesamt einen saisonbereinigten Rückgang um real 1,9 (Februar: minus 1,3) Prozent meldete, stiegen die Umsätze nach den Berechnungen der Bundesbank um 0,4 Prozent. Analysten hatten ein Plus von 0,7 Prozent prognostiziert.

Experten führten den Rückgang der Einzelhandelsumsätze vor allem auf die hohen Kosten für Benzin und Heizöl zurück. "Wir erkennen keine große Wirkung der Steuersenkungen. Die Konsumenten scheinen sich angesichts des Ölpreisanstiegs nicht reicher zu fühlen", sagte Ulrike Kastens, Volkswirtin bei HSBC Trinkaus in Düsseldorf.

Das verfügbare Einkommen der Deutschen wurde nach Einschätzung von Volkswirten zusätzlich geschmälert von der Erhöhung indirekter Steuern wie der Öko-Steuer und dem Preisanstieg bei Nahrungsmitteln im Zuge der Rinderseuche BSE und der Maul- und Klauenseuche. Zudem habe sich der um saisonale Effekte bereinigte Anstieg der Arbeitslosigkeit der vergangenen Monate dämpfend auf die Kauflust der Bürger ausgewirkt. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Erwerbslosen im April um 6000 auf 3,809 Millionen. Die Quote lag unverändert bei 9,3 Prozent.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kam es vor allem im Handel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren kam es mit minus 3,8 Prozent zu überdurchschnittlichen Umsatzeinbußen. Im ersten Quartal dieses Jahres setzte der Einzelhandel dem Amt zufolge real 0,3 Prozent weniger um als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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