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Real Madrid in der Krise: 0:1 bei Espanyol

Real Madrid kommt aus dem Tief nicht heraus. Drei Tage nach dem 0:3-Debakel in der Champions League bei Bayer Leverkusen verlor der spanische Fußballrekordmeister auch sein Punktspiel der Primera División bei Espanyol Barcelona mit 0:1.

dpa MADRID. Real Madrid kommt aus dem Tief nicht heraus. Drei Tage nach dem 0:3-Debakel in der Champions League bei Bayer Leverkusen verlor der spanische Fußballrekordmeister auch sein Punktspiel der Primera División bei Espanyol Barcelona mit 0:1.

Statt der versprochenen Wiedergutmachung für die Blamage von Leverkusen gaben die "Königlichen" ein tragikkomisches Bild ab: Beide Real- Torhüter verletzten sich, die Abwehrspieler Walter Samuel und Michel Salgado ließen sich vom Platz stellen, Torjäger Ronaldo traf nicht einmal vom Elfmeterpunkt, und Trainer José Antonio Camacho wirkte ratlos.

"In dieser Mannschaft steckt kein Leben mehr", zog das Sportblatt "As" ein bitteres Fazit. Dabei hatte der Coach das Team völlig umgekrempelt. Nachdem die "Galaktischen" sich in Leverkusen als formschwach erwiesen hatte, bot Camacho statt der Superstars nun "Arbeiter" wie Juanfran oder Solari auf.

Das "Club-Heiligtum" Raúl musste ebenso wie David Beckham auf der Ersatzbank Platz nehmen, Zinedine Zidane und Luis Figo fielen verletzt aus. Aber auch die "proletarische Version" von Real schien Blei in den Füßen zu haben. "Die Medizin war schlimmer als die Krankheit", urteilte die Zeitung "ABC" über das Rezept Camachos.

Dabei hatte unter dem neuen Trainer alles anders werden sollen. Camacho, in seiner aktiven Zeit ein eisenharter Verteidiger, sollte den müden Stars Beine machen. Er repräsentiert das Gegenteil des gescheiterten Vorgängers Carlos Queiroz: Camacho läuft an der Seitenlinie auf und ab, er schreit, schwitzt und gestikuliert, während der Portugiese sich allenfalls schweigend den Schlipsknoten zurecht rückte.

Der Habitus des Trainers scheint jedoch die einzige Änderung bei Real zu sein. Auf dem Platz unterscheidet sich die Mannschaft in nichts von dem Team, das am Ende der Vorsaison ein Spiel nach dem anderen verlor und alle Titel verspielte. Bei Espanyol war Real nach dem 0:1 durch Maxi (41.) nur noch darauf aus, ein Debakel wie in Leverkusen abzuwenden.

Die Partie im Olympiastadion von Barcelona stand für Real von Anfang an unter einem schlechten Stern. Torwart Iker Casillas verstauchte sich beim Aufwärmen einen Finger und musste durch César ersetzt werden. Dieser parierte zwei Elfmeter. Aber bei einer Parade verletzte er sich am Knie, musste jedoch bis zum Abpfiff durchhalten. Schließlich verschoss auch Ronaldo einen Strafstoß. "Seit der Brasilianer wieder in festen Händen ist und seine nächtlichen Streifzüge aufgegeben hat, scheint ihm die Inspiration zu fehlen", mutmaßt "As".

Bei Real machte sich nach dem 0:1 Ratlosigkeit breit. Trainer Camacho scheint nicht weiter zu wissen. Mit den Superstars läuft es nicht, aber ohne sie auch nicht. Das Sportblatt "Marca" sieht das Team "in einem freien Fall ins Leere".

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