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Real Madrid kommt aus dem Tief nicht heraus

Real Madrid kommt auch unter Trainer Mariano García Remón aus dem Formtief nicht heraus. Eine Woche nach dem Rücktritt von José Antonio Camacho verlor der spanische Rekordmeister sein Punktspiel bei den - bis dahin sieglosen - „Löwen“ von Athletic Bilbao 1:2 (0:2).

dpa MADRID. Real Madrid kommt auch unter Trainer Mariano García Remón aus dem Formtief nicht heraus. Eine Woche nach dem Rücktritt von José Antonio Camacho verlor der spanische Rekordmeister sein Punktspiel bei den - bis dahin sieglosen - "Löwen" von Athletic Bilbao 1:2 (0:2).

Die "Königlichen" enttäuschten auf ganzer Linie und waren mit dem Resultat noch gut bedient. Die Sportzeitungen "Marca" und "As" kommentierten das Gekicke der "Galaktischen" um David Beckham & Co wortgleich: "Es tut weh, dies ansehen zu müssen."

Der neue Real-Trainer lag mit seinem ersten taktischen Schachzug gleich daneben: Er ließ den Verteidiger Roberto Carlos pausieren und holte Raúl Bravo ins Team. Dieser leistete den Basken bei deren Treffern durch Ismael Urzaiz (10. Minute) und Santiago Ezquerro (44.) mit anfängerhaften Fehlern tatkräftige Unterstützung. Reals einziger Lichtblick war der zuletzt gescholtene Kapitän Raúl, der das Anschlusstor (51.) erzielte und damit eine Durststrecke von sechs Monaten ohne Treffer überwand.

Dagegen trat Ronaldo im San-Mamés-Stadion, der so genannten "Fußball-Kathedrale", überhaupt nicht in Erscheinung. Beckham fiel den 40 000 Zuschauern erst auf, als er in der 59. Minute ausgewechselt wurde. Bei Real ist zu den - schon notorischen - Lücken in der Abwehr nun auch eine Schwäche im Angriff hinzugekommen. Obwohl die Madrilenen mit Ronaldo, Raúl, Fernando Morientes und Michael Owen über Stürmer der Extraklasse verfügen, kamen sie in fünf Spielen nur auf vier Treffer - die schlechteste Bilanz seit 20 Jahren.

"Bei Real ist hinten nichts und vorne auch nichts", lautet das Fazit von "Marca". Das Konkurrenzblatt "As" glaubt die Ursache der Misere gefunden zu haben: "Es ist skandalös, dass die Superstars nicht ein Minimum an Einsatz zeigen." Real gab nicht nur auf dem Rasen ein schlechtes Bild ab, sondern auch außerhalb des Spielfeldes: Als das Team ins Hintertreffen geriet, feixten und kicherten die Reservisten Morientes und Roberto Carlos auf der Bank.

Derweil warf der Vereinspräsident Florentino Pérez auf der Ehrentribüne flehende Blicke in den Abendhimmel, als könne nur noch "Beistand von oben" die Rettung bringen. Wie es um das Image der krisengeschüttelten "Königlichen" bestellt ist, zeigt eine Äußerung von Arsène Wenger, Trainer von Arsenal London: "Zu Real ginge ich nur, wenn ich als Penner auf der Straße leben würde."

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