Real schlägt Juventus nur 2:1
Dünnes Polster für die „Königlichen“

Real Madrid hat zwar das Rennen um David Beckham verloren und muss nun auch um die Titelverteidigung in der Champions League fürchten. Die "Königlichen" verschafften sich am Dienstag mit dem 2:1 (1:1) gegen Juventus Turin im Halbfinal-Hinspiel nur ein dünnes Polster für das Rückspiel am nächsten Mittwoch, in dem sie zudem um Stürmerstar Ronaldo bangen müssen. Der "Weltfußballer des Jahres" hatte die Gastgeber in der 23. Minute in Führung gebracht, schied aber in der 48. Minute mit einer Oberschenkelverletzung aus.

HB/dpa MADRID. Nach dem Ausgleich durch den Franzosen David Trezeguet (45.) mussten die 80 000 Zuschauer im ausverkauften Bernabeu-Stadion bis zur 73. Minute warten, ehe sie durch Roberto Carlos erlöst wurden. Doppelt bitter für Juventus Turin ist, dass die Abwehrspieler Ciro Ferrara und Mark Iuliano im Rückspiel Gelbsperren absitzen müssen.

Eine Niederlage gab es für Real Madrid im Bemühen, sein "Dreamteam" in der kommenden Saison um David Beckham zu bereichern. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft beendete vor dem Anpfiff die wochenlangen Spekulationen um seine Zukunft. Er bleibe bei Manchester United und habe nie vorgehabt, in die spanische Hauptstadt zu wechseln, sagte er dem Manchester Evening Standard.

Wie so oft in dieser Saison präsentierte Real seine gute und seine schlechte Seite. Die Königlichen boten im Angriff phasenweise ansehnlichen Kombinationsfußball, offenbarten aber in der Defensive haarsträubende Fehler. Bereits in der 8. Minute hätte dies Juventus Turin zum Führungstreffer nutzen können, doch Trezeguet traf nach einem Stellungsfehler von Real-Kapitän Fernando Hierro in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig.

In der Folgezeit aber zog sich der italienische Rekordmeister erstaunlich weit zurück und überließ das Mittelfeld den Gastgebern, die nun ihre beste Phase hatten. Nachdem der ehemalige Turiner Zinedine Zidane noch in der 16. Minute mit einem Freistoß an Torhüter Gianluigi Buffon scheiterte, fiel sieben Minuten später fast zwangsläufig das 1:0 durch Ronaldo. Nach einem Doppelpass mit Fernando Morientes, der den erkrankten Raul im Sturm vertrat, markierte der Brasilianer abgeklärt den sechsten Treffer im laufenden Wettbewerb.

Die Gastgeber agierten danach allerdings nicht mehr so zielstrebig, gaben sich mit den Feldvorteilen zufrieden und waren vor dem gegnerischen Tor zu verspielt. Dagegen machten die Turiner ihrem Ruf als Meister der Effizienz mit dem Ausgleich unmittelbar vor der Pause alle Ehre. Einen Schuss von Alessandro del Piero fälschte Real- Abwehrspieler Michel Salgado direkt vor die Füße von Trezeguet, der völlig freistehend vollendete.

Von diesem Rückschlag zeigte sich Real auch noch in der zweiten Halbzeit beeindruckt, zumal drei Minuten nach Wiederanpfiff mit Ronaldos Auswechslung der nächste Schock folgte. Mit ihm ging auch Reals Torgefährlichkeit vom Platz. Während das "weiße Ballett" nur noch Stückwerk produzierte, fand Juventus immer mehr Gefallen an der Partie. Umso überraschender fiel die erneute Real-Führung in der 73. Minute durch einen Gewaltschuss von Roberto Carlos - der erste Treffer des Brasilianers in dieser Champions League-Saison.

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