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Real sieht Kampagne hinter Rassismus-Vorwürfen

Wegen rassistischer Zwischenfälle beim Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen (1:1) hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) eine Untersuchung gegen den spanischen Rekordmeister eingeleitet.

dpa MADRID. Wegen rassistischer Zwischenfälle beim Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen (1:1) hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) eine Untersuchung gegen den spanischen Rekordmeister eingeleitet.

Bei der Partie im Bernabéu-Stadion seien Bayers dunkelhäutige Spieler Juan und Roque Junior mit rassistischen Gesängen verhöhnt worden, teilte die Uefa mit. Außerdem seien Fans beobachtet worden, die den Nazi-Gruß gezeigt hätten.

Die Uefa will sich bei der Untersuchung unter anderem auf Fernsehbilder stützen. Sie räumte ein, dass in den Berichten des Schiedsrichters und des Spielbeobachters keine Zwischenfälle dieser Art erwähnt worden seien. Uefa-Präsident Lennart Johansson hatte bei der Partie selbst auf der Ehrentribüne gesessen. Die Uefa kündigte an, nach Abschluss der Untersuchung über mögliche Sanktionen zu entscheiden, sofern solche überhaupt für angemessen erachtet würden. Der Uefa-Sprecher William Gaillard hatte zuvor erklärt, eine Strafe könne von einem Spiel vor fremder Kulisse oder vor verschlossenen Toren bis zu einem Ausschluss des Teams reichen.

Real selbst sieht hinter der Affäre eine gezielte Kampagne britischer Medien. Das Publikum habe sich tadellos verhalten, betonte der Club in einer Erklärung. Das Madrider Sportblatt "As" berichtete, britische Medien hätten gezielt Kameras in der Fan-Kurve eingesetzt, in der die berüchtigte Gruppe der "Ultras Sur" ihre Plätze habe. "Es war klar, dass hier etwas gesucht wurde, was es nicht gab", zitierte das Blatt einen Verantwortlichen des Clubs. "Hier wurden Informationen manipuliert."

In seiner Erklärung betonte Real: "Wenn es solche Zwischenfälle gegeben haben sollte, gingen sie von einer winzigen Minderheit des Publikums aus. Kein Spieler und kein Verantwortlicher des Clubs hat davon etwas mitbekommen. Real verurteilt Vorkommnisse dieser Art in jedem Fall ohne Einschränkungen." Die Zeitung vermutet, dass die britische Presse die Bewerbung Madrids um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 in Misskredit bringen wolle. Um die Spiele bewirbt sich auch London.

Zuvor hatte bereits der Weltverband Fifa gegen die Spanier eine Untersuchung eingeleitet. Eine Woche zuvor waren - ebenfalls im Bernabéu-Stadion - beim Länderspiel zwischen Spanien und England (1:0) dunkelhäutige englische Spieler rassistisch angefeindet und verhöhnt worden.

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