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Real von Barça vorgeführt

Die großen Stars von Real Madrid wurden vom FC Barcelona regelrecht vorgeführt. Die „Königlichen“ hatten im großen Derby der Primera División dem Erzrivalen „Barça“ nichts entgegenzusetzen und mussten sich mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

dpa MADRID. Die großen Stars von Real Madrid wurden vom FC Barcelona regelrecht vorgeführt. Die "Königlichen" hatten im großen Derby der Primera División dem Erzrivalen "Barça" nichts entgegenzusetzen und mussten sich mit 0:3 (0:2) geschlagen geben.

Für David Beckham war das Spiel nach 54 Minuten zu Ende, Zinedine Zidane wurde nach 76 Minuten ausgewechselt und wenig später auch Raúl. Dabei war das Team der "Galaktischen", vor kurzem noch als die besten Fußballer der Welt gefeiert, in Barcelona angetreten mit dem Vorsatz, dem Kampf um den Titel eine Wende zu geben und den Katalanen die Tabellenführung streitig zu machen. Immerhin hatte Real vor einer Woche 6:1 gegen Albacete gewonnen. Aber im Camp-Nou-Stadion kam alles anders; die Partie geriet zu einem Monolog der Katalanen. "Real wurde von Barça verschlungen", titelte die Zeitung "El País". Das Konkurrenzblatt "ABC" meinte: "Barcelona begräbt Madrid."

Zwischen beiden Teams tat sich ein Klassenunterschied auf: Die Barça-Stürmer Ronaldinho, Samuel Eto'o und Deco rissen mit ihrem Ballzauber die 98 000 Zuschauer von den Sitzen, dagegen schossen die Real-Angreifer um Ronaldo & Co in 90 Minuten nicht ein einziges Mal auf das gegnerische Tor. Für die Kommentatoren besteht kein Zweifel: Zidane und Beckham sind in die Jahre gekommen.

Die Ära der "Galaktischen" scheint zu Ende zu gehen. "Der spanische Fußball erlebt einen Machtwechsel", stellt die Sportzeitung "Marca" fest. "Es beginnt eine neue Epoche." Das Blatt "As" weiß auch warum: "Das Barça-Team ist einfach erfolgshungriger, schneller und jünger als die Madrilenen."

Die Real-Stars schlichen nach dem Abpfiff mit dem Gefühl vom Platz, dass sie mit dem 0:3 noch gut bedient waren. In der Schlussphase hatte man den Eindruck, dass die Blauroten nach den Treffern von Eto'o (29.), Giovanni van Bronkhorst (43.) und Ronaldinho (76./Foulelfmeter) mit den "Königlichen" fast ein wenig Mitleid hatten. Real-Präsident Florentino Pérez räumte ein: "Barcelona ließ unsere Spieler nicht einmal den Ball berühren."

Trainer Mariano García Remón sah in Roberto Carlos den Hauptschuldigen für die Blamage: "Sein kindischer Fehler beim 0:1 brach uns das Genick." Der Verteidiger war sich mit Torwart Iker Casillas uneinig gewesen, wer den Ball übernehmen sollte. Eto'o war der lachende Dritte. Der Kameruner schoss damit insgesamt bereits acht Tore gegen Real. Das ist seine "Rache" dafür, dass die Madrilenen ihn nicht haben wollten.

Die Barça-Fans, deren Club seit fünf Jahren ohne Titel ist, hatten lange auf einen solchen Abend warten müssen. "Das war wie die Fünfte Symphonie von Beethoven, ein Meisterwerk von Picasso und ein Superkonzert der Rolling Stones in einem", schwärmte die Zeitung "La Vanguardia". "Es war ein kollektiver Orgasmus, ein Kamasutra des Fußballs." Trainer Frank Rijkaard riet den Seinen dagegen, mit den Füßen auf der Erde zu bleiben: "Es ist nichts entschieden. Die Saison ist noch lang."

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