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Realnetworks bietet erstmals Musik auch für Apples ipod-Player an

Seattle (dpa) - Realnetworks hat ein gut gehütetes Technologie-Geheimnis des Computerherstellers Apple entschlüsselt und will über seinen Musikdienst künftig auch Songs für dessen populären Player ipod anbieten.

Seattle (dpa) - Realnetworks hat ein gut gehütetes Technologie-Geheimnis des Computerherstellers Apple entschlüsselt und will über seinen Musikdienst künftig auch Songs für dessen populären Player ipod anbieten.

Die neue Software «Harmony» sei das weltweit erste Produkt, das Copyright-Systeme (DRM) übersetzen könne, teilte das Multimedia-Unternehmen am Montag in Seattle mit. Dadurch werde der Transfer von online erworbener Musik auf nahezu jedes mobile Abspielgerät ermöglicht, hieß es.

«Kompatibilität ist der Schlüssel, um digitale Musik den Masse näher zu bringen», sagte Rob Glaser, Gründer und Chef des auch für seine Multimedia-Software Realplayer bekannten Unternehmens. Bislang seien Kunden, die ihre Musik über das Internet erworben und heruntergeladen haben, immer an ein bestimmtes Abspielgerät gebunden gewesen, sagte Glaser. So wie heute CDs und Dvds auf jedem Gerät abspielbar sind, sollen mit der neuen Software, die Real am Dienstag in New York vorstellen will, künftig Musik aus dem Internet unabhängig vom Anbieter neben dem ipod auch von Playern von Samsung, palmone, RCA, iriver und Creative wiedergegeben werden können.

Zum Schutz ihrer Inhalte vor Raub und Missbrauch setzen die verschiedenen Internet-Musikanbieter derzeit ganz unterschiedliche Verfahren und Softwarelösungen ein. Die DRM-Software (DRM, Digital Rights Management) regelt zum Beispiel auch, wie oft ein Song kopiert oder abgespielt werden darf. Der jeweils eingesetzte Copyright-Schutz muss jedoch auch von dem Abspielgerät erkannt werden. Damit die Musik zum Bespiel auch auf dem ipod läuft, musste das Unternehmen für die Entwicklung der Software auch das Copyright-System von Apple entschlüsseln.

Während etwa Microsoft sein eigenes Windows-Dateiformat bereits an eine Reihe von Musikanbietern und Gerätehersteller lizenziert hat, hielt Apple als Marktführer seine Technologie bislang geheim. Wie die «New York Times» am Montag berichtete, soll Real-Chef Glaser bereits im April Apple-Chef Steve Jobs per E-Mail um eine Lizenz gebeten, aber bis heute keine Antwort erhalten haben. Realnetworks will mit «Harmony» keinerlei Urheberrechte von Apple verletzt haben. Das Unternehmen habe vermutlich ein in der Softwareindustrie übliches Verfahren zur Analyse von Software-Produkten genutzt, zitiert die «New York Times» Josh Bernoff, Analyst der Marktforschung Forrester. Ob damit möglicherweise Eigentumsrechte verletzt worden sind, müsse erst geklärt werden.

Eine Reaktion von Apple blieb bislang aus. Das Unternehmen aus Cupertino war mit seinem ipod und dem Internet-Musikshop itunes in kurzer Zeit zum Marktführer aufgestiegen und hielt zuletzt in diesem Geschäftsbereich rund 70 Prozent Marktanteil. Frühere Angebote von Realnetworks, im Online-Musikmarkt eine gemeinsame Front gegen den Herausforderer Microsoft zu bilden, hatte das Unternehmen selbstsicher abgelehnt. Real-Chef Glaser war selbst einmal Mitarbeiter bei Microsoft. Mit der Multimedia-Software Realplayer konkurriert Realnetworks direkt mit Microsofts Mediaplayer.

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