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Rebellen im Raum Falludscha unter US-Feuer

US-Soldaten haben Aufständische im Raum Falludscha unter heftiges Feuer genommen. Damit wurde der militärische Druck auf die irakische Rebellenhochburg am Wochenende erheblich verstärkt.

dpa BAGDAD. US-Soldaten haben Aufständische im Raum Falludscha unter heftiges Feuer genommen. Damit wurde der militärische Druck auf die irakische Rebellenhochburg am Wochenende erheblich verstärkt.

Bewohner berichteten am Sonntag von Panzer- und Artilleriebeschuss durch amerikanische Einheiten am Ostrand der 300 000 Einwohner-Stadt, während Aufständische Mörser und Panzerfäuste einsetzten. Nach Bombenexplosionen vor fünf Kirchen am Vortag in Bagdad besuchten in der irakischen Hauptstadt nur wenige Christen die Sonntagsmessen.

Schon in der Nacht zuvor hatten amerikanische Luft- und Artillerieangriffe die jüngsten US-Operationen eingeleitet. Nach Krankenhausangaben wurden seitdem sieben Zivilisten getötet und 17 weitere verletzt. Das US-Militärkommando in Bagdad erklärte, die Luftangriffe hätten einem Kontrollpunkt der Terrororganisation des Jordaniers Abu Mussab el Sarkawi gegolten. Dessen Gruppe wird für schwere Bombenanschläge sowie Entführungen und Enthauptungen von Ausländern verantwortlich gemacht.

Bei heftigen Kämpfen zwischen US-Truppen und Aufständischen starben in Husseiba nahe der syrischen Grenze nach Krankenhausangaben fünf Iraker, zehn weitere wurden verletzt. In Latifija, 30 Kilometer südlich von Bagdad, erschossen Rebellen neun Polizisten in ihrem Kleinbus. Sie hatten sich auf dem Heimweg von einem Ausbildungskurs in Jordanien befunden. Im benachbarten Mahmudija kamen am Samstag bei Kämpfen sechs Iraker ums Leben, 14 andere wurden verletzt.

Beim Absturz zweier Hubschrauber über Bagdad starben am späten Samstagabend zwei US-Soldaten, zwei weitere wurden verletzt. Die Unglücksursache blieb unklar. Bei einem Mörsereinschlag vor einem Krankenhaus in Bagdad kam am Samstag ein Iraker ums Leben, neun weitere wurden verletzt. In der Erdölstadt Kirkuk erschossen Unbekannte einen Funktionär der Kurden-Partei PUK (Patriotische Union Kurdistans), wie die dortige Polizei mitteilte.

Vor fünf Kirchen in verschiedenen Stadtteilen Bagdads explodierten am Samstag Sprengsätze. Personen wurden dabei nicht verletzt, doch entstand zum Teil beträchtlicher Sachschaden. Die Zwischenfälle trugen zu einer weiteren Einschüchterung der kleinen christlichen Minderheit bei. Viele von ihnen wagten es am Sonntag nicht, den Gottesdienst zu besuchen. Zuletzt waren bei einer Serie von Bombenanschlägen gegen Kirchen in Bagdad und Mossul am 1. August sechs Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden.

Nach britischen Medienberichten könnten demnächst britische Truppen aus dem wesentlich ruhigeren Süden des Iraks die US-Streitkräfte in Bagdad entlasten. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Samstag, dass es mit den USA und der irakischen Übergangsregierung Gespräche über Truppenverschiebungen gebe. Nach Informationen der "Times" sollen die Briten auf amerikanischen Wunsch nach Bagdad kommen, damit von dort US-Truppen nach Falludscha verlegt werden könnten. Dort werde kurz nach der US-Präsidentschaftswahl am 2. November eine Schlussoffensive erwartet, schrieb die Zeitung am Samstag.

Indessen wird in Italien wie bereits in Polen eine Truppenreduzierung im Irak erwogen. "Ein erster Schritt könnte eine Verkleinerung unseres Kontingents (von knapp 3 000 Mann) im Laufe des Jahres 2005 sein", wurde Verteidigungsminister Antonio Martino in der Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" vom Sonntag zitiert. Spanien hat seine Truppen schon vor Monaten aus dem Irak abgezogen.

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