Rebellen lehnen Verhandlungen mit Amerikanern ab
Unterhändler auf Jolo rechnet mit baldiger Freilassung der Geiseln

Reuters JOLO. Der Chefunterhändler im Geiseldrama auf der südphilippinischen Insel Jolo, Robert Aventajado, hat sich optimistisch gezeigt, dass die restlichen europäischen Geiseln schon in wenigen Tagen freikommen. Aventajado sagte heute, über eine baldige Freilassung gebe es eine feste Vereinbarung zwischen ihm und Rebellen-Anführer Galib Andang, der auch als "Kommandant Robot" bekannt ist. Ein Sprecher der Rebellenfraktion, die den Amerikaner Jeffrey Schilling entführt hat, drohte unterdessen erneut mit der Enthauptung ihrer Geisel. Der Sprecher lehnte zudem einen von der Regierung in Manila vorgeschlagenen Unterhändler ab.

Aventajado sagte, er hoffe, dass die drei Franzosen, zwei Finnen und der Deutsche Marc Wallert in den nächsten Tagen freigelassen würden. Für Mittwoch plane er eine weitere Reise zu Gesprächen mit den Anführern der Rebellen, die für einen unabhängigen Moslem-Staat im Süden der überwiegend katholisch geprägten Philippinen kämpfen.

Lösung trotz härterer Linie der Regierung nicht gefährdet

Mit negativen Auswirkungen einer Polizei-Aktion am Sonntag zur Befreiung von drei verschleppten Bauarbeitern auf die Lösung des Geiseldramas rechne er nicht, sagte Aventajado. Die Geiselnehmer, die die Bauarbeiter entführt hatten, waren am Sonntag geflüchtet, angeblich, ohne dass ein einziger Schuss gefallen war. Die philippinische Regierung hatte sich zu dem Einsatz entschlossen, nachdem die Entführer der Arbeiter mit Enthauptung ihrer Opfer gedroht hatten.

Der junge Deutsche Wallert ist wie die anderen Geiseln bereits seit Ostern in der Hand der Abu-Sayyaf-Rebellen. Seine Mutter Renate war vor einigen Wochen freigekommen. Sein Vater Werner, der nach libyscher Vermittlung freikam, trat heute wieder seinen Dienst als Lehrer in Göttingen an.

Rebellen drohen Amerikanern

Im Fall des von einer Fraktion der Rebellen entführten Amerikaners Schilling drohte Rebellen-Sprecher Abu Sabaya im Sender dxRZ, die USA stünden vor der Wahl, entweder mit den Rebellen zu verhandeln oder eine gewaltsame Befreiung zu versuchen. Sollten sie jedoch Gewalt anwenden wollen, müssten die Amerikaner bedenken, wie beschämend es sein werde, wenn sie ihren Staatsbürger als Leiche zurück erhielten. Die Moslem- Rebellen verlangen für die Freilassung Schillings, der selbst Moslem ist, die Freilassung dreier Moslem-Extremisten aus der Haft in den USA. Einen von der Regierung zunächst vorgeschlagenen Unterhändler lehnten sie ab.

Schilling war von den Rebellen am Montag vergangener Woche von Zamboanga auf die Insel Jolo verschleppt worden. Schilling hatte Zeitungsberichten zufolge ursprünglich für die Abu Sayyaf Waffen einkaufen sollen. Er soll jedoch mit ihnen in Streit geraten sein, danach wurde er von ihnen als Geisel genommen.

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