Rebellenchef erklärt Präsident Fujimori für abgesetzt
Peruanische Armee mobilisiert Truppen gegen abtrünnige Soldaten

afp LIMA. In Peru hat sich die seit Monaten andauernde politische Krise durch die Rebellion einer abtrünnigen Armee-Einheit verschärft. Das peruanische Militär mobilisierte Truppen, um den Aufstand im Süden des Landes niederzuschlagen. Die rund 50 Soldaten waren am Montag immer noch mit vier Geiseln, darunter auch einem General, auf der Flucht. Der Anführer der Aufständischen, Oberstleutnant Ollanta Humala Tasso, hatte am Sonntag erklärt, Präsident Alberto Fujimori sei nicht länger der legitime Staatschef Perus. Der Rebellenführer verlangte zudem, der ins Land zurückgekehrte Ex-Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos müsse festgenommen und vor Gericht gestellt werden. Humala Tasso forderte im Rundfunk alle anderen Offiziere auf, seinem Beispiel zu folgen. Die Armee und Oppositionsführer Alejandro Toledo distanzierten sich unterdessen von den Rebellen.

Die Armee kündigte an, sie werde durch "geeignete Operationen" gegen die Rebellen die "politische und soziale Stabilität des Landes bewahren". Oppositionschef Toledo betonte, er sei ein "Verteidiger der Demokratie" und werde die Revolte nicht unterstützen. Der Aufstand sei aber ein Zeichen dafür, dass Peru schlecht regiert werde. Toledo war zuvor von politischen Kommentatoren mit dem Aufstand in Verbindung gebracht worden.

Kupfermine besetzt

Die rebellische Luftabwehr-Einheit hatte am Sonntag eine Kupfermine im Bezirk Tacna rund tausend Kilometer südlich von Lima besetzt. Dort bezeichnete ihr Oberstleutnant Humala Tasso Präsident Fujimori und seinen ehemaligen Geheimdienstchef Montesinos als "Verbrecher". Er rief die Armee dazu auf, eine "mannhafte Entscheidung" zu treffen und ihre Loyalität zu Fujimori aufzukündigen. Auch der am Samstag von Fujimori vollzogene Personalwechsel an der Spitze der Streitkräfte ändere nichts, denn die neuen Armeeführer stammten alle aus der Umgebung des ehemaligen Geheimdienstchefs. Vor ihrer Flucht nahmen die Aufständischen vier Geiseln, darunter drei Minenarbeiter und den Brigadegeneral und Kommandeur der Militärbasis Arica, Carlos Bardales.

Präsident Fujimori hatte am Samstag überraschend mitgeteilt, die Befehlshaber des Heeres, der Marine und der Luftwaffe seien abgesetzt worden. Sie galten als Vertraute von Ex-Geheimdienstchef Montesinos. Montesinos war vor einer Woche aus dem panamaischen Exil zurückgekehrt und hatte damit Furcht vor einem Militärputsch ausgelöst. Der einstmals einflussreiche Geheimdienstchef steht im Mittelpunkt einer Bestechungsaffäre, die Fujimori zur Ankündigung seines Amtsverzichts zwang.

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