Rechner sollten in ihrer „Freizeit“ weiterrechnen

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Rechner sollten in ihrer „Freizeit“ weiterrechnen

Was für eine Ressourcenverschwendung: Viele Bürocomputer werden morgens eingeschaltet und bleiben tagsüber für viele Stunden ungenutzt, weil Meetings anstehen, die Post gesichtet werden muss und anschließend die wohlverdiente Mittagspause ansteht.

Wenn die Rechner einen Stromsparmodus besitzen, fallen sie zwar für Stunden in einen Tiefschlaf - doch man könnte die Rechenknechte viel besser nutzen. Denn clevere Programmierer in den USA haben eine Software entwickelt, mit der die freie Rechenkapazität über das Internet der Forschung zur Verfügung gestellt wird.

Das Programm wird wie ein Bildschirmschoner auf den Computer gespielt. Wird der Computer längere Zeit nicht genutzt, wird ihm über Internet ein kleines Aufgabenpäckchen geschickt. Der PC berechnet die Aufgaben bis der Nutzer den Computer wieder selbst benötigt. Ein Berühren der Tastatur reicht aus und der PC steht wieder für seine eigentlichen Aufgaben bereit. Ist die Forschungsaufgabe gelöst, wird das Ergebnis an den Rechner an der Uni zurückgeschickt.

Das verteilte Rechnen hat sich in Amerika bereits in zahlreichen Projekten bewährt. Nicht nur in dem bekannten Seti@home-Projekt, bei dem amerikanische Forscher - ohne Förderung durch den Staat - Hinweise auf Leben außerhalb unseres Universums untersuchen, wurden private PC in den Rechenpausen für das Lösen von Forschungsaufgaben eingespannt.

Die Idee hat sich zwar auch schon in Europa rumgesprochen, doch noch sind die Forscher in Europa zögerlich. Es gibt nur wenige ernsthafte Projekte und das obwohl die Vorstellung, einzelne Rechner zu Supercomputern zu verknüpfen, durchaus auch hier die Wissenschaftler begeistert. Angesichts der leeren öffentlichen Kassen, könnten hier Millionen gespart werden.

Nicht nur private Nutzer, sondern auch Behörden und Firmen sollten ihre ungenutzten Rechnerkapazitäten über das Netz zur Verfügung stellen. Technisch ist das kein Hexenwerk mehr. Firmen wie IBM und inzwischen auch Sun Microsystems, die leistungsfähige Netzrechner bauen, haben hierfür Lösungen entwickelt.

Vielleicht kommt aber auch ein findiger Geschäftsmann auf die Idee, freie Rechnerkapazitäten über das Netz zu sammeln und diese zu verkaufen. So könnten sich Computerbesitzer einen schnellen Euro nebenbei verdienen. Natürlich müssten die Sicherheitsprobleme gelöst werden. Doch auch das lässt sich sicher bewerkstelligen.

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