Rechnung geht auf
Näher zum Bewerber

Um ihren zukünftigen Bedarf an High-Potentials zu sichern, gehen mittelständische Unternehmen verstärkt auf Karrieremessen.

Für Stefan Knäble ist der Fall klar. Sein Job beim kleinen Gütersloher Softwarehaus Syskoplan bietet alles, was das Herz begehrt: "Es gibt viele Entwicklungsmöglichkeiten. Die Hierarchien sind flach, und jeder Mitarbeiter hat Verantwortung." Knäble kann gar nicht verstehen, warum so viele Studenten nach dem Examen unbedingt bei einer großen Firma einsteigen wollen.

Und doch ist es so - Grund für viele mittelständische Unternehmen, sich nach der Decke zu strecken. Die Personalsuche können sie nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Auf Bewerbermessen wie dem Absolventenkongress in Köln oder dem Karrieretag in München ist der Mittelstand deshalb zunehmend präsent. "Viele dieser Unternehmen haben erkannt, dass die richtige Präsentation für sie wichtig ist. Sie haben professionelle Stände, und das Personal geht offensiv auf die Bewerber zu", sagt Sabine Hildebrandt-Woeckel, Geschäftsführerin des Karrieretags.

Messen sind allerdings nur eine Option für die Personalsuche: "Kleine Unternehmen sollten ?Zielhochschulen? definieren und sich dort regelmäßig präsentieren. Das kann über Kontakte zu Professoren im Rahmen einer Lehrveranstaltung geschehen oder über eine Rekrutierungsmesse an der Hochschule", rät Lutz Thimm von Kienbaum Executive Consultants in Gummersbach.

Auf den Messen präsentieren sich die Firmen jeweils mit ihrem besonderen Flair und Image. Die Firma Opitz Consulting aus Gummersbach, auf IT spezialisiert, wirbt zum Beispiel mit ihrer Übersichtlichkeit: "Ein Bewerber, der Wert darauf legt, seine Kollegen zu kennen, keine Nummer in einem Konzern zu sein, Verantwortung zu übernehmen und etwas zu bewegen, der ist bei uns richtig", sagt Claudia Lechle, bei Opitz Consulting für Messen zuständig. "Wir nehmen uns auch dann Zeit für Gespräche, wenn wir dem Bewerber keine entsprechende Position anbieten können", betont Lechle.

Wir sind anders - mit dieser Aussage lockt wiederum die Pass-Consulting Group aus Aschaffenburg. Eine Bodypainting-Aktion soll im langweiligen Messe-Einerlei Akzente setzen. Die meisten zeigen sich allerdings nüchterner, aber darum nicht weniger effizient. Der IT-Dienstleister Datev aus Nürnberg spricht gezielt die Interessenten an, die sich bereits während des Studiums auf Wirtschaftsprüfung und Steuern spezialisiert haben.

Die Rechnung der Mittelständler scheint aufzugehen. Zwar üben auf den Messen große Firmen nach wie vor den größten Sog auf die Absolventen aus, die Individualität der kleinen Firmen können sie jedoch nur schwer schlagen. Hildebrandt-Woeckel: "Die Bewerber kommen vielleicht wegen der Großen, bleiben dann aber bei den Kleinen stehen."

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