Recht für Gründer
Starten ohne juristische Stolperfallen

Für den Erfolg eines Start-Ups reicht eine gute Geschäftsidee längst nicht aus. Gründer, die sich nicht früh mit Geschäftsplan, Haftung und Steuern beschäftigen, stolpern schnell über juristische Fallstricke. Handelsblatt.com beantwortet die fünf wichtigsten Rechtsfragen.

1. Geschäftsplan und Gesellschaftsvertrags

Wichtig sind vor allem zwei Papiere: Der Geschäftsplan oder Businessplan bringt das Konzept des Unternehmens auf den Punkt. Er dient auch dazu, künftige Partner und Kapitalgeber von dem Unternehmen zu überzeugen. Der Gesellschaftsvertrag legt fest, wie die Aufgaben zwischen den Gesellschaftern verteilt sind. „Für die genaue Planung nehmen sich viele Gründer zu wenig Zeit“, sagt Mathias Härchen, Gründungsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Köln. So stolpern junge Unternehmen immer wieder über Herausforderungen, an die zuvor niemand denken wollte – etwa einen Streit zwischen den Gesellschaftern. Einige Gründer versäumen es auch, ihre Marke rechtzeitig anzumelden. Manchmal müssen sie ihr Unternehmen dann umbenennen oder die Markenrechte für viel Geld zurückkaufen.

2. Gesellschaftsform

Ein Unternehmen hat je nach Gesellschaftsform andere Rechte und Pflichten. Kapitalgesellschaften – etwa eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder eine britische Limited (Ltd.) – sind so genannte „juristische Personen“. Sie bringen viel Verwaltungsaufwand mit sich, den besonders kleine Unternehmen scheuen, haben jedoch auch Vorteile. Personengesellschaften – beispielsweise die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) – sind keine juristischen Personen. Wer mit dem Unternehmen handelt, handelt mit den Gesellschaftern selbst. Ein Unterschied mit Folgen:

3. Haftung

Unternehmen stehen für ihre Schulden und von ihnen verursachte Schäden gerade. Bei einer Personengesellschaft haften die Unternehmer mit ihrem gesamten Vermögen. Kommt es zu einem hohen Schaden, steht mitunter ihr gesamtes Hab und Gut auf dem Spiel. Für böse Überraschungen sorgen beispielsweise Wettbewerbsklagen, von denen viele Startups plötzlich betroffen sind.

Viele Internetunternehmer wollen das Risiko daher beschränken und entscheiden sich für eine Kapitalgesellschaft: Sie haftet nur mit dem Vermögen, das die Gesellschafter zuvor eingezahlt haben, mindestens aber mit 25 000 Euro. Einzahlen müssen die Gesellschafter davon nur die Hälfte, allerdings haften sie dann mit ihrem Privatvermögen für den Rest. Für eine britische Limited gibt es eine solche Mindesteinlage nicht, ebenso wie für die deutsche „Unternehmergesellschaft“ (UG). Die UG ist die abgespeckte Variante der GmbH und Ergebnis der GmbH-Reform, die der Bundestag im Juni 2008 beschlossen hat. Bis dato firmieren die meisten Startups als GmbH.

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