Rechtlich Schritte gegen „Daily Telegraph“ angekündigt
Zeitung: Labour-Abgeordneter bekam Geld von Saddam

Ein britischer Labour-Abgeordneter soll nach einem Zeitungsbericht jährlich umgerechnet mindestens 563 000 Euro vom Regime des ehemaligen irakischen Machthabers Saddam Hussein erhalten haben. Wie der in London erscheinende "Daily Telegraph" am Dienstag berichtete, fanden Reporter der Zeitung entsprechende irakische Geheimdienstdokumente im ausgeplünderten irakischen Außenministerium in Bagdad.

HB/dpa LONDON. George Galloway vom linken Flügel der Partei des britischen Premierministers Tony Blair wies die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen die Zeitung an.

Nach den Angaben der Zeitung schrieb der Chef des irakischen Geheimdienstes im Jahr 2000 einen Brief an Saddam, aus dem hervorgeht, dass Galloway das Geld aus Einnahmen des Öl-für- Lebensmittel-Programms der Vereinten Nationen bekam. Der "Daily Telegraph" druckte die gefundenen Dokumente in ihrer Dienstagausgabe ab. Wie die Zeitung weiter berichtete, ging der Abgeordnete eine Partnerschaft mit einem irakischen Öl-Händler ein, um das Öl auf dem internationalen Markt zu verkaufen.

Galloway, bekannt für seinen Einsatz gegen einen Krieg und die Sanktionen gegen den Irak, nannte die Vorwürfe in einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC "verleumderisch" und kündigte rechtliche Schritte gegen die Zeitung an. "Ich habe den Irak weder um Geld gebeten noch Geld von ihm für unsere Kampagne gegen den Krieg und die Sanktionen erhalten", sagte der schottische Parlamentarier. "Ich habe niemals ein Barrel Öl gesehen, niemals eines besessen, gekauft oder verkauft."

Galloway sprach von einer "Schmierenkampagne gegen diejenigen, die sich gegen den illegalen und blutigen Krieg im Irak und gegen die Besetzung durch ausländische Truppen engagiert haben". Er habe niemals Kontakte zu Mitgliedern des irakischen Geheimdienstes gehabt, wie dies in dem Zeitungsbericht behauptet werde. Er habe über die Jahre lediglich Mitglieder der politischen Führung des Landes getroffen. Die von der Zeitung vorgelegten Dokumente seien gefälscht oder manipuliert worden, um ihn zu diskreditieren, sagte der Abgeordnete.

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