Rechtliches Neuland
Pensionsfonds für Chemie-Industrie genehmigt

Der Pensionsfonds ist eine neue Variante zur zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge ("Riester-Rente").

dpa WIESBADEN/BONN. Der bundesweit erste Pensionsfonds zur betrieblichen Altersvorsorge kann in der Chemie-Industrie an den Start gehen. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen in Bonn genehmigte die Chemie Pensionsfonds AG mit Sitz in München. Sie wurde vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit der HypoVereinsbank vereinbart. Weitere Zulassungen sollen in Kürze erfolgen, teilte das Bundesaufsichtsamt am Dienstag mit. Derzeit lägen noch 26 Anträge zur Prüfung vor.

In der Chemie-Industrie wurde dazu im vergangenen September ein Tarifvertrag geschlossen, der die Entgeltumwandlung zum Aufbau der Altersvorsorge regelt. Die Unternehmen können den Pensionsfonds ihren Beschäftigten anbieten. Durch die betriebsübergreifende Lösung werden Kosten und Bürokratie gespart. Den Arbeitnehmern sichert er provisionsfreie Verträge und eine gute Rendite.

Nach Angaben von BAVC und IG BCE ist das Interesse am Chemie-Pensionsfonds überraschend groß. Zudem sei der Fonds auch für chemienahe Branchen wie Papierverarbeitung, Kautschuk und Keramik geöffnet worden. Deshalb werde er "schnell eine bedeutende Marktgröße erreichen". In der Chemie-Industrie gibt es bundesweit 600.000 Beschäftigte. Auch für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ist ein Pensionsfonds geplant. Das Versorgungswerk MetallRente rechnet nach eigenen Angaben noch im April mit einer Zulassung.

Damit die Altersvorsorge zukunftssicher ist, werden die Anträge für Pensionsfonds in Bonn von einem Team aus Juristen, Mathematikern und Kaufleuten gründlich geprüft. Das Aufsichtsamt mobilisiere dazu alle Kräfte, um sie zügig bearbeiten zu können. Kriterien für eine Zulassung sind etwa die vorhandenen Finanzmittel, die korrekte Kalkulation von Leistungen und die Anlagepolitik. Für das Bundesaufsichtsamt ist dies ebenso wie für die Antragsteller rechtliches Neuland.

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