Rechtsextremismus bekämpfen
Engholm für Verbot der NPD

ap LÜBECK. Der frühere SPD-Vorsitzende und ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Björn Engholm, hat sich für ein Verbot der NPD und ähnlicher Organisationen ausgesprochen. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP sagte Engholm, man müsse den Schritt eines Verbotes auch gehen, wenn nicht sicher sei, dass das Verbot durchkomme.

Verbote und härtere Strafen seien jedoch nur die eine Seite der Bekämpfung des Rechtsextremismus. Nicht jeder Jugendliche, der mit 15 eine rechtsextreme Straftat begehe, sei automatisch lebenslang Nazi. "Wir müssen gucken, wo kriegen Jugendliche diese Sehnsucht her, sich zu falschen Dingen zu bekennen?" fragt Engholm.

Den vom Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz, ins Gespräch gebrachte Begriff der "deutschen Leitkultur" findet Engholm "tödlich" , wenn er "zum Knüppel gegen den politischen Gegner wird". Wenn Merz sagen würde, "wir besitzen einen kulturellen europäischen Fundus, den wir hüten wollen, aus dem wir unsere Kraft gezogen haben, den wir für andere öffnen müssen, dann wäre er ein kluger Mann", sagte Engholm und fügte hinzu: "Wenn er das nicht kann, dann ist er ein Populist."

Björn Engholm ist seit dem Ausscheiden aus der aktiven Politik als Redner im In- und Ausland unterwegs. Seine Schwerpunktthemen sind die Kultur und das Zusammenwachsen rund um die Ostsee. Engholm war als Ministerpräsident 1993 über Falschaussagen im Zusammenhang mit der Barschel-Affäre gestolpert und musste auch als SPD-Vorsitzender zurücktreten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%